Kevin Schawinski

04. Februar 2010 21:34; Akt: 04.02.2010 19:39 Print

Endlich Ordnung im Gewimmel der GalaxienEndlich Ordnung im Gewimmel der Galaxien

von Alice Kohli - Während Roger Schawinski die Medienwelt aufmischt, sorgt sein Sohn Kevin für Ordnung im Universum. Dafür braucht der Astrophysiker die Hilfe tausender Freiwilliger.

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Je mehr die Astronomen über die Struktur von Galaxien wissen, desto mehr können sie über deren Entstehung sagen. Um aber die Beschaffenheit dieser Sternenhaufen zu analysieren, müssen die Abermillionen von sichtbaren Galaxien zuerst in Klassen geordnet werden. Eine zermürbende Arbeit, die die Wissenschaftler alleine nicht schaffen. Darum setzen sie auf die Hilfe von Laien.

Das Projekt Galaxy Zoo macht es möglich: Auf der gleichnamigen Website können Internetbenutzer nach einer kurzen Einführung Bilder von Galaxien sortieren. Sie entscheiden, ob die Sternenhaufen zum Beispiel rund oder zigarrenförmig aussehen, ob sie in der Mitte eine Wölbung haben oder doch eher eine balkenförmige Ausbuchtung. Die Aufgaben sind simpel und schnell erledigt – wieso also übernimmt das nicht einfach ein Computerprogramm?

«Es ist unglaublich schwierig, einem Computer Mustererkennung beizubringen», sagt Kevin Schawinski von der Yale University (USA). Was kleine Kinder innert kürzester Zeit lernen, ist für den Rechner eine hochkomplexe Aufgabe.

Auf Galaxy Zoo klassifizieren jeweils mehrere User eine Galaxie. Sobald eine übereinstimmende Meinung über deren Form herrscht, ist das Ergebnis für Forschungsarbeiten nutzbar. So wurden dank der Unterstützung der Internetnutzer bereits 15 wissenschaftliche Artikel publiziert, weitere sieben sind in Arbeit.

Zu Ende ist die globale Gruppenarbeit aber noch lange nicht. Denn Schawinski tüftelt bereits an einem System, mit dem die User Supernovas finden können. Und er hofft weiterhin auf ein breites Echo: «Die Hauptmotivation der Teilnehmer ist, dass sie zu echter Wissenschaft beitragen. Jeder, der mitmacht, ist ein Forscher.» Und schon bald dürfte die Zahl der Hobbyforscher weiter steigen: Noch in diesem Jahr soll die Website ins Deutsche übersetzt werden.

«Wissen» in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.