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Kreationismus
21. August 2008 12:19; Akt: 21.08.2008 13:52 Print
Neue Kritik an umstrittenem Lehrmittel
Die Evolutionstheorie im Biologie-Unterricht ist den Kreationisten ein Gräuel. Das zeigt sich auch im Kampf um das Oberstufen-Lehrmittel «NaturWert» im Kanton Bern.
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Gleichberechtigte Evolutions- und Schöpfungslehre?
Das umstrittene Lehrmittel «NaturWert» steht erneut in der Kritik. Auch die überarbeitete Fassung sei tendenziell kreationistisch, monieren zwei Lehrkräfte. Der Berner Erziehungsdirektor Bernhard Pulver hat dafür kein Verständnis.
KreationismusDie Bewegung der Kreationisten ist in den USA entstanden, wo es ihnen in einzelnen Bundesstaaten gelang, die Schöpfungslehre in den Biologieunterricht zu integrieren. Die Kreationisten zweifeln die Evolutionslehre Darwins an und fordern, dass im Biologieunterricht die Schöpfungslehre der Bibel deutlich stärker gewichtet wird. Sie soll zumindest als gleichberechtigte Alternative zur Evolutionstheorie unterrichtet werden.
Eine moderne Variante der kreationistischen Bewegung ist das so genannte Intelligent Design, das kreationistische Inhalte vertritt, dabei aber aus taktischen Gründen keinen christlichen Schöpfergott benennt.
Bereits im November 2007 hatten Fachpersonen heftige Kritik an dem Lehrmittel geäussert. Dieses sei kreationistisch eingefärbt und stelle die Evolutionstheorie in Frage, lautete der Vorwurf.
Die kantonale Erziehungsdirektion beschloss noch im selben Monat, umstrittene Passagen überarbeiten zu lassen. Sie war der Meinung, in einem naturwissenschaftlichen Lehrmittel gehöre die biblische Schöpfungslehre nicht auf die gleiche Stufe wie die Evolutionstheorie.
Lehrerkommentar bemängelt
Die im Juni erschienene, überarbeitete Fassung ist nach Ansicht der Arbeitsgruppe «Bildung und Aufklärung» jedoch ein Schlag ins Wasser. Der Arbeitsgruppe gehören ein Physiklehrer und eine Biologielehrerin aus Köniz an.
Der Lehrerkommentar lade geradezu dazu ein, eine kreationistische Sicht gleichberechtigt neben eine wissenschaftliche zu stellen, schreiben sie in einer Medienmitteilung. Das Lehrmittel dürfe in dieser Form nicht eingesetzt werden.
Pulver hat kein Verständnis
Für diese Kritik hat der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver aber kein Verständnis. Das umstrittene Faltblatt für die Schüler, das missverständliche Formulierungen enthalten habe, sei ersetzt worden, sagte er auf Anfrage.
Hingegen habe man den rund 70-seitigen Lehrerkommentar zu den Faltblättern für die Schüler aus Kostengründen nicht völlig neu drucken lassen. Dieser enthalte deshalb immer noch den ursprünglichen Kommentar zum ersetzten Faltblatt. Ein Korrigendum dazu sei aber der überarbeiteten Auflage beigelegt worden.
Man könne von jedem Lehrer erwarten, dass er dieses Korrigendum verstehe, sagte Pulver weiter. Er sehe deshalb keinen Handlungsbedarf.
(sda)


























