Fall Sou Kens Familie

08. Februar 2012 22:56; Akt: 08.02.2012 21:59 Print

«Für uns ist das Urteil ein Schock»«Für uns ist das Urteil ein Schock»

von Lena Berger - Daniel A.* ist vom Kriminalgericht wegen vorsätzlicher Tötung seiner Ex-Freundin verurteilt worden. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er aber freigesprochen.

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Die getötete Sou Ken T. und der verurteilte Daniel A.

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«Was genau sich in jener Nacht abgespielt hat, wird wohl nie geklärt werden können.» Mit diesen Worten eröffnete die Richterin am Mittwoch die Urteilsverkündung im Fall Sou Ken T.* Für das Gericht steht fest: A. hat seine Ex-Freundin vorsätzlich getötet. Dafür soll er 8½ Jahre ins Gefängnis. Vom Vorwurf der Vergewaltigung hingegen wurde A. freigesprochen. Dies obwohl in der Autopsie massive Verletzungen im Intimbereich festgestellt wurden, die gemäss Gutachten gar zu tödlichem Blutverlust geführt hätten. «Es konnte nicht bewiesen werden, dass die sexuellen Handlungen gegen den Willen von Sou Ken T. erfolgten», so die Begründung.

Die Opferfamilie ist darüber bestürzt. «Für uns ist das Urteil ein Schock. Man muss eine kranke Fantasie haben, um sich vorzustellen, Sou Ken hätte diese Misshandlungen gewollt», sagte Marcel Graf, Schwager des Opfers, am Mittwoch zu 20 Minuten. Dass A. bei guter Führung in rund 3 Jahren wieder auf freiem Fuss sein könnte, sei unerträglich.

Die Staatsanwaltschaft hingegen zeigte sich auf Anfrage «so weit zufrieden» mit dem Urteil. «Das Gericht ist unseren Anträgen weitgehend gefolgt», so der zuständige Staatsanwalt, der für die Tötung zehn Jahre Freiheitsstrafe gefordert hatte.

A. selbst ist gemäss seinem Verteidiger «erleichtert» über den Teilfreispruch. Ob eine der Parteien den Fall weiterzieht, ist noch nicht klar.

*Namen der Redaktion bekannt

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