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Entlebuch
03. August 2009 16:05; Akt: 03.08.2009 16:18 Print
Die Jagd auf den Wolf ist eröffnet
Der Zentralschweizer Wolf ist nach 27 gerissenen Schafen im Entlebuch zum Abschuss freigegeben worden.
Damit sollen weitere Schäden verhindert werden. Eine Kommission empfiehlt nun einen wirksamen Herdenschutz im Wolfsgebiet. Im Wallis werden unterdessen weitere mutmassliche Wolfsrisse abgeklärt.
Entscheidende Kriterien für einen Abschuss des Zentralschweizer Wolfs sind erfüllt, wie die Luzerner Staatskanzlei am Montag mitteilte. Mit 27 Rissen im Schadenperimeter des Gebiets Fürstei-Schwändelifluh-Schimbrig in der Entlebucher Gemeinde Flühli sei die erforderliche Zahl erreicht. Zudem seien die technisch möglichen, praktikablen und kurzfristig umsetzbaren Schutzmassnahmen ergriffen worden. Für weitergehende Massnahmen habe den Schafhaltern und den Behörden im ersten Jahr mit dem Wolf die Zeit gefehlt. Die vom Kanton Luzern erlassene Abschussbewilligung ist auf 60 Tage befristet und gilt für den entsprechenden Perimeter. Die interkantonale Kommission für das Management von Grossraubtieren in der Zentralschweiz-West hatte den Abschuss als vereinbar mit dem Schweizer Wolf-Konzept beurteilt.
Herdenschutz aufbauen
Die Verantwortlichen sind sich allerdings bewusst, dass der Abschuss von einzelnen Wölfen keine nachhaltige Lösung darstellt, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die interkantonale Kommission, der die Jagdverwalter der Kantone Bern, Luzern, Uri, Nidwalden und Obwalden sowie der Eidgenössischen Jagdinspektor angehören, empfiehlt deshalb den betroffenen Kantonen, die Schafhaltung im Wolfsgebiet im kommenden Winter zu analysieren und einen wirksamen Herdenschutz aufzubauen. Wo kein Herdenschutz möglich sei, müsse die Nutzung einzelner Flächen grundsätzlich überdacht werden, heisst es.
Aus dem Wallis eingewandert
Der Wolf in der Zentralschweiz hatte sich im September 2008 bereits im Wallis aufgehalten, wie genetische Analysen bereits früher gezeigt hatten. Dort laufen unterdessen Abklärungen, ob ein anderer Wolf wieder Schafe gerissen hat. Am Sonntag waren auf einer Alp im Val des Dix in der Nähe der Staumauer Grande Dixence zehn Tiere tot aufgefunden worden. Fünf weitere Schafe waren verletzt und mussten getötet werden, wie die Walliser Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere zu einem Bericht des «Nouvelliste» bestätigte.
Die Behörden wollen nun durch DNA-Analysen klären, ob der Angriff durch einen Wolf oder einen streunenden Hund erfolgt ist. Sollte es sich bestätigen, dass es sich um einen Wolf handelte, wären laut der Dienststelle auch hier die Bedingungen für einen Abschuss erfüllt. Die betroffene Herde im Wallis war von Hunden und einem Esel bewacht worden.
(dapd)


























