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18. März 2008 22:19; Akt: 18.03.2008 21:21 Print
Posse um Boa-Elch: Stadt nahm Pfand
von Markus Fehlmann - In der Stadt läuft eine bizarre Posse um den Boa-Elch: Weil das Kunstwerk seit November unauffindbar ist, hat sich die Stadt ein anderes Werk als Pfand geschnappt.
Seit der Schliessung der Boa im letzten November ist der türkisfarbene Elchkopf wie vom Erdboden verschwunden. Zuvor hing er jahrelang im Luzerner Kulturzentrum und hat sich mittlerweile zu einem Symbol für die alternative Kulturbewegung gemausert. Als Eigentümerin des Kunstwerks des Luzerner Künstlers Davix sieht sich die Stadt Luzern.
Der Elch an der bewilligten Demo der Aktion Freiraum vom 15. Dezember in Luzern. (Bild: dag)
Elch war bei der Stadtpolizei
Für einen kurzen Moment war die Stadt im Besitze des Elchs – ohne es zu merken. Bei der unbewilligten Demonstration der Aktion Freiraum vom 1. Dezember im Vögeligärtli wurde ein Traktor beschlagnahmt, an dem der Elch befestigt war. Das Gefährt wurde in den Innenhof der Stadtpolizei und des Stadthauses gebracht. Nur wenig später holte ein Mitglied der Aktion Freiraum den Traktor samt Kunstwerk ab.
Auf der Suche nach dem Kulturgut zeigte sich Kulturchefin Rosie Bitterli keineswegs zimperlich: Der IKU Boa wurde vor kurzem gar mit einer Anzeige gedroht. «Weil der Elch Kulturgut der Stadt ist, wollten wir wissen, wo er steckt», sagt Bitterli. Für sie habe sich der Fall jetzt aber erledigt: «Wir wissen, dass der Elch bei der Aktion Freiraum ist.»
Die Luzerner Kultur-Posse geht dennoch weiter: Die Stadt hat sich nun ihrerseits den Tellerturm – ein weiteres Wahrzeichen der Boa – unter den Nagel gerissen. Sie will die Leihgabe der Boa quasi als Pfand zurückbehalten. Die IKU Boa und die Aktion Freiraum waren gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

























