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Ständeratswahl UR
10. März 2010 14:12; Akt: 10.03.2010 14:19 Print
Z'graggen zieht Kandidatur für Urner Sitz zurück
CVP-Kandidatin Heidi Z'graggen tritt bei den Urner Ständeratswahlen nicht mehr an. Schon am Montag hatte der grüne Alf Arnold verzichtet. Damit dürfte der Weg frei sein für den parteilosen Markus Stadler, der sich in Bern der CVP-Fraktion anschliessen will.
«Das Urner Volk hat entschieden», gab Heidi Z'graggen am Mittwoch bekannt. Es wolle sie als Regierungsrätin behalten. Sie trete daher nicht zum zweiten Wahlgang an. Bei der Wahl vom vergangenen Wochenende hatte niemand das absolute Mehr erreicht.
Geduldig beantwortete Ständeratskandidatin Heidi Z'Graggen nach dem ersten Wahlgang der Ständerats-Ersatzwahl vom 7. März 2010 noch die Fragen der Medien im Rathaus Altdorf. (Bild: Keystone)
Noch-Finanzdirektor Markus Stadler darf jetzt mit der Wahl bei der zweiten Runde vom 25. April rechnen. Schon vor Z'graggen hatte am Montag der grüne Alf Arnold verzichtet. Der zweite Wahlgang findet aber in jedem Fall statt. Es gibt auch keine Eingabefrist, so dass bis unmittelbar vor dem Wahltag Kandidaturen möglich sind.
«Grosses Bedauern» der CVP
Mit «grossem Bedauern» hat die CVP Uri am Mittwoch Z'graggens Entscheid zur Kenntnis genommen. Die Partei werde nun die neue Lage beurteilen und erforderlichenfalls einen ausserordentlichen Parteitag einberufen, heisst es in der Mitteilung.
Die 44-jährige Heidi Z'graggen, Hoffnungsträgerin der Urner CVP, war als Favoritin in den Wahlkampf um die Nachfolge des zurücktretenden Ständerates Hansruedi Stadler (CVP) gestiegen. Bei der ersten Runde vom letzten Sonntag lag der parteilose Markus Stadler mit 4224 Stimmen jedoch deutlich vorne. Z'graggen erhielt 3130, Arnold (Grüne) 2023 Stimmen.
Kritik an Doppelmandat
Justizdirektorin Z'graggen war im Wahlkampf kritisiert worden, weil sie im Falle einer Wahl in den Ständerat vorerst im Regierungsrat bleiben wollte. Ausserdem gab es Stimmen, die neben Gabi Huber (FDP) keine zweite Frau in der Urner Dreierdelegation in den Eidgenössischen Räten wollten.
Mit dem Verzicht Z'graggens geht eine alte Urner «Tradition» zu Ende. Bis heute hatten sich CVP und FDP die Vertretung in Bern geteilt: die Mehrheitspartei CVP nahm für sich die beiden Sitze in der Kleinen Kammer in Anspruch, die FDP bekam das Nationalratsmandat.
Auf nationaler Ebene dürfte sich dagegen vorläufig nichts ändern, wenn Markus Stadler nach Bern zieht. Er liess verlauten, er wolle sich bei einer Wahl in den Ständerat der CVP-Fraktion anschliessen.
(sda)
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