Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Alpnach OW
15. Dezember 2008 15:53; Akt: 15.12.2008 15:55 Print
Geschiedener Priester wird Pfarrer
Auch die Kirche muss mit der Zeit gehen: Seit August amtet in Alpnach im Kanton Obwalden ein geschiedener Priester als Pfarrer.
Weil der 55-jährige Oskar Planzer zivil, nicht aber kirchlich getraut war, gilt er für die Kirche als ledig. Dieser Status ist die Voraussetzung für die Priesterweihe, die Planzer 2005 empfangen hat. Normalerweise absolvierten junge Männer nach der Matura die Priesterausbildung, sagte Christoph Casetti, Informationsbeauftragter des Bistums Chur, zu einem Artikel des «Tages-Anzeiger» vom Montag.
Immer öfter gebe es aber kompliziertere Biographien. «Wenn einer nach ein paar Kurven noch Priester werden will, muss man das im Einzelfall prüfen», sagte Casetti. Auch Verwitwete oder Männer aus annullierter Ehe könnten zu Priestern geweiht werden. Insgesamt hätten im Bistum Chur neben Planzer noch zwei Priester in vergleichbaren Situationen einen Seelsorgeauftrag.
Immer öfter gebe es zudem Spätberufene, also Männer, die vorher jahrelang bürgerliche Berufe ausgeübt hatten. Auch dies ist kirchenrechtlich zulässig. Laut Casetti reagiert die Kirche mit deren Weihe auf den «gesellschaftlichen Wandel». Eine Massnahme gegen den Priestermangel sei dies aber nicht, dafür seien die Fälle zu selten.
(sda)

























