19. September 2007 23:35; Akt: 19.09.2007 23:06 Print

Nationalrat Felix «Clooney» Müri verärgert NespressoNationalrat Felix «Clooney» Müri verärgert Nespresso

Ein SVP- Nationalratskandidat präsentiert sich in seiner Kampagne wie Kaffee- Liebhaber George Clooney. Nespresso hat daran gar keine Freude.

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Nachdem der schwarze Block die SVP-Demo am 6. Oktober 2007 massiv gestört hat, ist diese Plakatwand ziemlich verunstaltet in der Reithalle aufgetaucht. Am 6. Oktober 2007 wird die SVP in Bern eine bewilligte Grosskundgebung durchführen. Diese könnte von Linksaktivisten massiv gestört werden. Das linke Komitee «Schwarzes Schaf» will ein friedliches Fest. Bild: Alessandro Meocci Der Zürcher SP-Gemeinderat Andrew Katumba demonstriert mit schwarzen Schafen gegen die SVP-Kampagne. Neresso Felix Müri und George Clooney : Zwillinge, bei der Geburt getrennt. Der SVP-Mann hat sich mit der Parodie eine Klage von Nespresso eingehandelt. Unbekannte haben in Bern SVP-Wahlplakate verunstaltet. Aargauer Jungsozialisten im Stil der Zürcher SVP. Die SP mit einem klaren Standpunkt zur Atomenergie. Etwas unsensibel ist der Zeitpunkt: Das Plakat wurde knapp eine Woche, bevor sich die Anschläge vom 11. September zum sechsten Mal jähren, lanciert. Aus der Küche des Unterwalliser Nationalrats Oskar Freysinger stammt dieses Plakat: «Benutzt Eure Köpfe». Gläubige Moslems fühlten sich zutiefst verletzt. Die Antwort kam sogleich... Auf dem Plakat sind Hitler und Freysinger nebeneinander zu sehen. (Sinngemäss:) «Österreicher: Hatten wir schon». Der Name Freysinger stammt aus Österreich. Freysinger überlegt sich eine Klage gegen die linke Walliser Zeitung . Die junge SVP Baselland hat mit dem Video, das einen echten Mord (in den USA) zeigt, weit übers Ziel hinausgeschossen. Die SP mit einem Plakat gegen die «Ewiggestrigen». An wen sich die Botschaft richtet, ist klar. «Drogen: Das wahre Gesicht der Linken»: Die SVP hat sich bei , einer amerikanischen Drogenpräventionsseite, bedient. Im SVP-Online-Spiel darf Zottel die Grünen prügeln, Richter treten und Ausländer wegbugsieren. Mit den Bildern von Novartis-CEO Daniel Vasella, Credit Suisse Chef Oswald Grübel und UBS CEO Marcel Ospel wirbt die SP gegen eine zu wirtschaftsfreundliche Politik, wie sie beispielsweise die FDP betreibt. Konkret gegen die FDP schiesst die SP mit diesem Plakat. Witzig das Plakat von Nationalratskandidat Roberto Rodriguez. Er hat das Filmplakat seines regieführenden Namensvetters aus Hollywood von dessen letztem Streifen «Grindhouse» nur minimal verändert. Und dann sind da noch die schweigenden Lämmer der SVP. Hier das Original der Ausschaf(f)ungsinitiative. Die Parodien darauf sind zahllos... Die SP hat eine Gegenforderung parat. Eine ähnliche Forderung stellt die PdA (Partei der Arbeit) im Internet. Da sind zum Beispiel die ergänzten Plakate. Auch für einen Cartoon ist das Plakat Pate gestanden. Andere setzen die SVP in die äusserste rechte Ecke des politischen Spektrums. Auch dieses Plakat stellt die SVP in die rechte Ecke. «Sicherheit schafen». Auch hier der Faschismus-Vorwurf.

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Mit einem Tässchen Kaffee in der Hand lächelt SVP-Nationalrat Felix Müri derzeit in Inseraten den Wählern entgegen. Das Design ist eins zu eins der Nespresso-Werbung mit Hollywood-Beau George Clooney nachempfunden.

Müri ist sich seiner Defizite durchaus bewusst: «Ganz so schön wie Clooney bin ich nicht, und ein paar Gramm mehr an den Hüften habe ich wohl auch», gibt Müri zu. Aber die Kampagne werde gelobt und beweise Humor. Ausserdem habe er schon zehnmal mehr Klicks auf seiner Homepage zu verzeichnen als bei seiner letzten Kampagne.

Marc-Alain Dubois, Geschäftsführer von Nespresso Schweiz, mag über Müris Polit-Werbung nicht lachen: «Wir haben Herrn Müri einen Brief geschrieben und ihn aufgefordert, die Kampagne zu stoppen und die Webseite sofort zu ändern», so Dubois. Doch die rechtliche Situation ist nicht ganz einfach. «Aus urheberrechtlicher Sicht ist die Kampagne ein Grenzfall», sagt Rechtsanwältin Magda Streuli-Youssef.

Den Zürcher Werbeprofi Fidel Stöhlker verwirrt das Kaffeesujet. «Für mich kommt einzig zum Ausdruck, dass das eine Kaffee-, Kuchen- und Stammtischpartei sein muss.»

Daniela Gigor