Emmenbrücke

14. Dezember 2008 15:28; Akt: 14.12.2008 15:36 Print

Muslime spenden für WeihnachtsbeleuchtungMuslime spenden für Weihnachtsbeleuchtung

Die Gemeinschaft der bosnischen Muslime Luzerns im hat in diesem Jahr an die Weihnachtsbeleuchtung in Emmenbrücke gespendet. Nicht zum ersten Mal.

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Weil man sich nicht abgrenzen soll, findet ihr Präsident Vehbija Efendic. Er ist eben zurückgekehrt von einer Pilgerreise nach Mekka und noch erschöpft. Dennoch findet Vehbija Efendic Zeit für die Frage nach der Spende. Ja, sagt er, man habe auch in diesem Jahr wieder gespendet, 500 Franken. Schon 2007 hatten die bosnischen Muslime an die weihnächtliche Beleuchtung in Emmenbrücke bezahlt.

Dass die Spende an die Agglomerationsgegemeinde geht, ist kein Zufall: In Emmenbrücke steht die Moschee der Bosnier. Sie haben ein ehemaliges Kino repräsentativ umgebaut: Die nach Mekka ausgerichtete Gebetsnische ist mit Mosaiken verziert, der Balkon dient als Galerie für die Frauen.

Positive Reaktionen

Ergänzt wird die Moschee mit Aufenthaltsräumen, einer Bibliothek, einem Bistro, einem Gästezimmer, Büros und Räumen für die Waschungen. 430 Familien mit rund 2000 Mitgliedern zählt die Gemeinschaft der bosnischen Muslime. Die meisten leben im Kanton Luzern, einige wenige kommen aus Uri, Nidwalden und Obwalden.

Hochbetrieb herrsche in der Moschee beim Freitagsgebet, so Efendic. Dann zähle man jeweils 150 bis 200 Muslime. Aber auch sonst werde die Moschee am Wochenende gut genutzt.

Auf die Frage, ob es kein Problem sei, als Muslim für die Beleuchtung zu einem christlichen Fest zu spenden, meint Efendic nur: «Nein! Warum sollte es?» Der in Sarajevo ausgebildete Imam ist überzeugt: «Wir müssen zusammenarbeiten!» Und das Echo auf die Spende sei positiv. Er habe sehr viele sehr gute Reaktionen erhalten.

Ziel: Integration der Muslime

Efendic setzt sich schon seit langem für die Muslime in der Zentralschweiz ein. Er war die treibende Kraft beim Aufbau der bosnischen Gemeinschaft und beim Bau der Moschee in Emmenbrücke, die als eine der schönsten in der Schweiz gilt.

In diesem Jahr wurde Efendic auch zum Präsidenten der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) gewählt. Diese hat sich unter anderem die Integration der Muslime innerhalb der schweizerischen Gesellschaft zum Ziel gesetzt.

Missverständniss und soziale Spannungen - so verkündet die IGL auf ihrer Homepage - sollen im Hinblick auf ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen abgebaut, ein konstruktiver Dialog aufgebaut werden.

Erste Erfolge

Diese Haltung hat sich für die IGL als erfolgreich erwiesen. So führten 2002 die Luzerner Gemeinden Kriens und Ebikon den muslimischen Religionsunterricht ein - eine schweizerische Premiere. Möglich gemacht hatte das auch das neue Erziehungsgesetz des Kantons Luzern.

Seit diesem Jahr gibt es auf dem Stadtluzerner Friedhof Friedental ein Gräberfeld für Muslime. Ausserdem wurde eine muslimische Gefängnis- und Spitalseelsorge aufgebaut.

Zurzeit leben im Kanton Luzern rund 14 000 Muslime. Ihnen stehen laut Vehbija Efendic insgesamt sechs Moscheen in der Agglomeration Luzern zur Verfügung. Neben der bosnischen eine arabische und je zwei albanische und türkische.

(sda)