Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Luzern
05. Mai 2011 23:02; Akt: 05.05.2011 22:11 Print
Atomausstieg zu teuer
von Marcel Habegger - Die Stadt Luzern will erst 2050 aus der Atomenergie aussteigen. Grund: Das städtische Stromunternehmen EWL muss von den Schweizer AKWs Strom beziehen, solange diese laufen.

Der Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Mühleberg. (Foto: keystone)
Gestern hat die Stadt Luzern ihr neues Energiereglement präsentiert, das gleichzeitig als Gegenvorschlag für die Initiative «Luzern ohne Atomstrom» der Jungen Grünen dient.
Infografik Radioaktive Wolke über EuropaSo läuft eine Kernschmelze ab SP will 2000- Watt-SiedlungAuf dem Parkplatz neben dem Verkehrshaus soll eine erste 2000-Watt-fähige Siedlung in Luzern entstehen. So möchte es die SP/Juso-Fraktion des Grossen Stadtrats, die einen entsprechenden Vorstoss eingereicht hat. Das Grundstück, das der Stadt gehört, eigne sich vorzüglich für das Projekt, weil es mit dem ÖV optimal erschlossen sei. Dementsprechend soll die Siedlung auch auto- und parkplatzfrei geplant werden. Die Bauweise soll den höchsten ökologischen Standards entsprechen und den massgeblichen Anteil der benötigten Energie selber produzieren.
Es sieht einen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2050 vor. «Ein Ausstieg bis 2035, wie von den Initianten verlangt, ist nicht finanzierbar», sagt die zuständige Stadträtin Ursula Stämmer. Knackpunkt sind dabei die Beteiligungen des städtischen Tochterunternehmens EWL an Schweizer Atomkraftwerken. Diese laufen bis 2039 (Gösgen) und 2044 (Leibstadt). Stephan Marty, Vorsitzender der EWL-Geschäftsleitung: «Die Beteiligungen an den Atomkraftwerken müssten bei einem früheren Ausstieg vorzeitig zu einem nicht gewinnbringenden Betrag veräussert werden.» Dies würde gemäss Marty zu erheblichen Verlusten und Wertminderungen führen.
Diese Tatsache und das zögerliche Vorgehen der Stadt stösst den Initianten sauer auf. «Beim Gegenvorschlag wurden rein betriebswirtschaftliche Interessen berücksichtigt», ärgert sich Korintha Bärtsch von den Jungen Grünen. Diese wollen weiter an der Initiative festhalten. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich im November statt.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 6 Kommentare






























Luxus-Infrastrukturen einschränken
Radikales-Umdenken ist angesagt, sonst kommt niemand zur Vernunft.
Gut abgesichert haben sich
die AKW Betreiber. Verluste? Will die Stadt Luzern warten bis sie für die Verluste von Menschenleben verantwortlich wird? Das dürfte dann wohl noch einiges teurer kommen!Die Stadtpolitiker sollten sich nicht so ins Zeug legen, das Geld dazu stammt jedenfalls nicht von ihrem Privatvermögen sondern vom Steuerzahler.
Nicht zuwarten sondern handeln
und Hirnzellen aktivieren - wir dürfen nicht mehr weiter wursteln, und wollen nicht bis 2050 warten - dieser angegebene Zeitraum ist Hirnverbrannt.
akw! und zwar nur AKW
Wieso handeln? atomstrom is der günstigste strom! sollen wir also strom importieren den die deutschen mit kohlekraftwerken herstellen? oder bist du bereit auf deinen jetzigen lebensstandart zu verzichten? bodenheizung fernsehen internet? willst du mehr öv bezahlen weil bei denen der strom auch teurer wird? informiert euch mal wie so ein atomkraftwerk funktioniert befor ihr an der funktionalität zweifelt!
Günstiger Atomstrom?!
Atomstrom ist nicht günstig. Atomstrom ist enorm von der Gesellschaft subventioniert. Oder weisst du beispielsweise wie viel ein AKW in der Schweiz versichert ist? (2.2Mrd) Und wie hoch die Kosten für den Unfall in Fukushima geschätzt werden? (22Mrd, also 10x so viel) Wenn man solche Faktoren - und es gibt noch einige mehr davon - einbezieht, steht Atomstrom katastrophal da.