Zentralschweiz

27. Juli 2010 16:21; Akt: 27.07.2010 16:32 Print

Handy-Verbot im Bus sorgt für rote KöpfeHandy-Verbot im Bus sorgt für rote Köpfe

von Adrian Müller - Wegen lärmenden Jugendlichen hat ein Innerschweizer ÖV-Betreiber Handys aus seinen Bussen verbannt. Nun wurde er zurückgepfiffen.

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Nichtsahnend telefonierte Leser-Reporter Patrick Engel vergangenen Donnerstag in einem Fahrzeug der Seetaler Busbetriebe. Das Gespräch blieb von kurzer Dauer: «Stellen Sie ihr Handy ab», forderte der Buschauffeur den 17-jährigen Lehrling auf und zeigte auf das Verbots-Piktogramm (siehe Bild). Engel packte sein Telefon ein, seine Wut stieg derweil. «Kaum zu glauben. Obschon ich der einzige Fahrgast war und niemanden störte, durfte ich nicht telefonieren.»

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Handy-Verbot sorgt für Ruhe

Mit dem totalen Handy-Bann haben die Busbetriebe scheinbar übers Ziel hinausgeschossen: «Eigentlich wollten wir mit dem Piktogramm nicht das Telefonieren, sondern das Abspielen von Musik auf den Lautsprechern der Handys unterbinden», erklärt Barbara Kunz, Mitinhaberin der Seetaler Busbetriebe. Das Verbot sei Anfang Jahr eingeführt worden, nachdem Jugendliche immer wieder auf ihren Handys laut Musik gehört hätten. «Einer lässt Techno, der andere Hip-Hop laufen, das gibt einen ‚Meis’», so Kunz. Nach der Einführung des Verbots sei es in den Bussen deutlich ruhiger geworden, die Chauffeure seien froh über die zurückgewonnene Ruhe gewesen. Der 17-jährige Kochlehrling, der mit dem Bus jeden Tag zur Arbeit fährt, sieht dies anders: Er und seine Kumpels hätten nie im Bus Musik gehört, das sei Tabu.

Busbetriebe werden zurückgepfiffen

Die Verkehrsbetriebe Zugerland, in deren Auftrag die Seetaler Busse verkehren, haben erst durch die Anfrage von 20 Minuten Online vom Handyverbot erfahren. Sie pfeifen die Seetaler Busse zurück: «Wir haben sofort die Anweisung gegeben, die Verbots-Kleber aus den Bussen zu entfernen. Bei uns darf man überall telefonieren», betont Sprecher Bruno Meyer. Das Verbot löse das Problem nicht. «Jugendliche machen auch ohne Handy Lärm», sagt Meyer.

Die Seetaler Busbetriebe sind ‚not amused’ über den Entscheid: «Wir bedauern, dass die Kleber weg müssen.» Die jugendlichen Passagiere hätten sich mehrheitlich an das Verbot gehalten, es habe keine Reklamationen wegen des Handy-Banns gegeben. «Bei uns auf dem Land ist die Welt halt noch in Ordnung», sagt Inhaberin Kunz mit einem Augenzwinkern.

Unterschiedliche Praxis bei ÖV-Betrieben

Ob Stadt oder Land, die Züge der SBB fahren durch die ganze Schweiz. Dort ist zwar das Telefonieren erlaubt, für Handys mit Hip-Hop-Beats haben die Bundesbahnen kein Gehör: «Für Musik gibts Kopfhörer. Das Abspielen auf Lautsprechern ist in allen Zügen untersagt», sagt SBB-Sprecher Roman Marti. Gleiche Regeln gelten auch bei Bernmobil. Bei den Zürcher Verkehrsbetrieben VBZ hingegen gibt es keine klaren Regeln, nur Strassenmusiker müssen draussen blieben.

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  • Sandy am 02.08.2010 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Ich weiss nicht aber wir scheinen wirklich keine wichtigere Probleme zu haben! Wenn ich nun auch nicht einmal mehr telefonieren darf im BUS so sollen aber bitte auch Lästereien, Lachen ja bitte auch das atmen verboten werden! Und von Husten und Niesen fangen wir gar nicht an! Wir sind Menschen und solange wir noch leben können sollten wir das auch tun! Mal ein bisschen weniger empfindlich sein! Sonst laufen wir bald mit verschränkten Armen mit dem Kopf zu Boden rum!

    • Bernerin am 04.08.2010 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht richtig gelesen

      Leider wurde hier der Artikel nicht wirklich aufmerksam studiert. Es geht nicht darum, dass das telefonieren verboten wurde. Das Piktogramm wurde nur etwas falsch gewählt.

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  • Viktor Meyer am 31.07.2010 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Warum...

    ... kriegen am Schluss immer diejenigen recht die sich ruecksichtslos verhalten?

    • doris am 02.08.2010 00:11 Report Diesen Beitrag melden

      Massenanwendung wird zum Problem

      Grenzwerte wurden seinerzeit mehr oder weniger willkürlich auf Grundlage von Einzelmessungen bei geringer Dichte festgelegt. Das Massenaufkommen in der Oeffentlichkeit noch an Arbeitsplätzen und in den eigenen vier Wänden (Wohnungen) ist gebührend berücksichtigt worden. Das gilt besonders auch für die grosse Zahl an DECT- und WLAN-Anwendungen. Gegenseitige Störungen - auch Einstrahlungen - werden leider immer häufiger. Auch Auswirkungen auf das Wohlbefinden.

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  • Zerberus am 29.07.2010 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Egoisten!

    RÜCKSICHT ist heute sowieso ein Fremdwort:-(