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Belohnung für Abstinente
26. Januar 2012 23:00; Akt: 26.01.2012 21:41 Print
Projekt Poinzz in der Kritik
von Lena Berger - Das Projekt Poinzz will jetzt auch in Luzern voll durchstarten. Leicht wird das aber nicht: Von der Suchtprävention gibt es Kritik, und auch einige Clubs sperren sich.

Poinzz-Teamleader Severin Kaufmann unterwegs in Luzerner Clubs.
Wer im Ausgang nicht oder nur wenig trinkt, soll mit Punkten belohnt werden, die er im Web gegen Kinogutscheine, CDs und DVDs eintauschen kann – das ist die Idee hinter dem Präventionsprojekt Poinzz. Dieses Wochenende sind die Teams wieder in Luzern auf Clubtour. Ergibt ein Atemtest einen Wert unter 0,3 Promille, werden den Partygängern zehn Punkte im Wert von zehn Franken gutgeschrieben. «Wir sind dort anzutreffen, wo sich unsere Zielgruppe trifft – unter anderem in der Schüür, im Treibhaus oder im Kulturwerk 118», sagt Severin Kaufmann, Teamleader Innerschweiz.
Infografik Promillerechner Die Wirkung alkoholhaltiger Getränke:1 Glas Bier (0,33 Liter) oder 0,2 Liter Wein (< 0,2 Promille):
Wirkt enthemmend und steigert die Redseligkeit.
2 - 3 Gläser Bier oder 0,5 Liter Wein (0,5 - 1 Promille):
Schwips mit Enthemmung, man überschätzt sich selbst, Reaktionsfähigkeit lässt nach.
5 - 9 Gläser Bier oder 1 - 1,5 Liter Wein (1 - 2 Promille):
Man ist deutlich Angetrunken, Schwindel und Koordinationsstörungen setzen ein, man sieht verschwommen, wird unter Umständen uneinsichtig oder aggressiv.
11 – 16 Gläser Bier oder 2 – 3 Liter Wein (2 – 3 Promille):
Trunkenheit, Rausch, sehr starker Schwindel und Koordinationsstörungen, später teils Amnesie.
Ab 3 Promille:
Schwerer Rausch mit Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit, Lebensgefahr durch Atemlähmung, Unterkühlung, Gefahr des Erstickens durch Erbrochenes.
Ab 6 Promille:
Diese Alkohol-Konzentration ist meist tödlich.
Quelle: Wikipedia
Seit letztem Sommer waren die Poinzz-Teams im Kanton Luzern bereits an 70 Partys, führten gemäss eigenen Angaben 14 500 Tests durch und vergaben dabei über 7400 Punkte. An zehn Events seien zudem auf Parkplätzen die Fahrer beim Einsteigen getestet worden. «Über hundert liessen darauf ihr Auto stehen», so Kaufmann.
Trotz diesen Zahlen stösst das Projekt auf Widerstand. Gemäss Kaufmann sind die Poinzz-Mitarbeiter in manchen Clubs unerwünscht. Und auch die Fachstelle für Suchtprävention Luzern unterstützt Poinzz nicht: «Es zielt nur auf massvolle Trinker, nicht aber auf Rauschtrinker ab», kritisiert Herbert Willmann, Leiter Prävention. Zudem würden die Jugendlichen nicht aus Überzeugung, sondern wegen der Belohnung weniger trinken. Willmann: «Das ist nicht nachhaltig.»
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