Luzern

21. März 2011 20:22; Akt: 21.03.2011 23:33 Print

SVPler schockt mit Pädophilen-VergleichSVPler schockt mit Pädophilen-Vergleich

von Martin Erdmann - Der SVP-Politiker Emil Grabherr provoziert mit homophoben Aussagen. Er setzt Schwule mit Pädophilen gleich.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Ein Artikel in der neusten ­Ausgabe des «SVP-Kuriers» des Kantons Luzern sorgt für einen Eklat: In einem Artikel über Sexualerziehung im Kindergarten fallen schwulenfeindliche Aussagen. Autor Emil Grabherr (63), SVP-Präsident Wahlkreis Luzern Land, unterteilt darin Schwule in drei Gruppen: «Solche, die in einer ordentlichen Partnerschaft leben, männliche Huren und Bubenschänder.» Grabherr setzt noch eins drauf: «Dieser perverse Sexualunterricht in Kindergärten ruft zur Toleranz gegenüber Pädophilen auf», sagt Grabherr gegenüber 20 Minuten.

Die Homosexuelle Arbeitsgruppe Luzern Halu ist über Grabherrs Äusserungen schockiert: «Ich musste mich ­zwicken, um sicher zu sein, dass ich nicht träume. Das ist eine riesengrosse Beleidigung», sagt Co-Präsident Markus Vollak. Dermassen dis­kriminierende Worte habe er noch nie von einem Luzerner Politiker gehört.

Die Anschuldigung des «perversen Sexualunterrichts» weist das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz scharf zurück: «Das ist absolut absurd», sagt Leiter Titus Bürgisser. Das sei erstens falsch und zweitens perfide Stimmungsmache. «Sexualerziehung ist ja auch Prävention gegen sexuelle Übergriffe», so Bürgisser weiter.

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Nussini Petra am 23.03.2011 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gezielte Hasspropaganda

    Es gibt Studien, die belegen, dass es nicht mehr Pädophile Homosexuelle gibt, als Heterosexuelle. Es ist schlicht eine komplett falsche Aussage. Pädophilie und Homosexualität miteinander absolut gar nichts zu tun.

  • Pascal am 23.03.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist Genug!

    Dieser Beitrag von Herr Grabherr ist unter allem Niveau und schockiert! Ich bin Schwul und seit 5 Jahren SVP Mitglied. Ich werde aber nun definitiv aus der Partei austreten. Was diese Partei vergisst, dass 10% von ihrer Wähler und Mitglieder Homosexuell sind. Diese konservativen und mittelalterlichen Denkweisen sind mir zu wieder. Ich denke vor allem dabei an junge Homosexuelle die das lesen... Schrecklich! Herrn Grabherr und seinesgleichen würde ich mal den Spielfilm: "Prayers for Bobby " empfehlen, ein wahre und traurige Geschichte!

  • Dany am 22.03.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Von Nichts eine Ahnung

    Gewisse Kommentatoren und der unsägliche SVP Politiker scheinen zu vergessen, dass gerade solche Ausgrenzungen und Diffamierungen noch heute für ein verkrampftes und unnatürliches Bild von Homosexualität mitverantwortlich sind! Herr Grabherr hat schlicht keine Ahnung wovon er spricht und kann seine Argumente mit NICHTS belegen... Ich habe Mitleid mit den Leuten, welche auf so was anspringen...