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1.-Augustfeier
28. Juli 2010 21:48; Akt: 28.07.2010 23:51 Print
Uri verbietet Höhenfeuer von Umweltschützern
Wegen der Umweltbelastung hat der Kanton Uri Höhenfeuer verboten. Vor allem betroffen von dem Entscheid sind ausgerechnet die Mahnfeuer der Umwelt- und Alpenschutzorganisationen. Erlaubt bleiben jedoch Feuerwerk und die traditionellen 1.-August-Feuer.
Für das Urner Amt für Umweltschutz ist am Nationalfeiertag das Brauchtum wichtiger als der Umweltschutz. An den übrigen Tagen beruft sich die Behörde auf den Massnahmenplan Luftreinhaltung der Zentralschweiz, der Feuer im Freien nur in Ausnahmefällen zulässt.
Uri bleibt dunkel
Die Mahnfeuer der Umweltorganisationen brennen seit jeher nicht am 1. August, sondern am zweiten Augustwochenende - dieses Jahr vom 14. auf den 15. August. Auf eine Auseinandersetzung will sich die Dachorganisation CIPRA nicht einlassen: In Uri bleibe es dunkel, schreibt sie auf ihrer Website. Im übrigen Alpenraum sollen trotzdem dutzende Mahnfeuer an die bedrohte Biodiversität erinnern.
Beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Bern hält man das Urner Verbot keineswegs für zwingend: Es sei zwar richtig, dass man alle Quellen von Schadstoffen angehe, sagte Peter Straehl von der Sektion Luftqualität, auf Anfrage. Wirklich problematisch sei aber die chronische Luftbelastung.
Dazu zählt für Straehl nicht einmal der 1. August: Zwischen 1500 und 2000 Tonnen Feuerwerk werden in der Schweiz jedes Jahr abgefeuert, der grösste Teil davon am Nationalfeiertag. Zudem brennen in den Bergen, auf Wiesen und in Gärten tausende von Feuern, auch die qualmenden Grills leisten ihren Beitrag zur dicken Luft.
Qualm legt sich rasch
Dass am 1. August die Feinstaubwerte an einigen Messstationen kurzzeitig weit über den Grenzwert hinausschnellen, nimmt der Experte einigermassen gelassen. Auch mit den metallhaltigen Leuchtfarben aus den Feuerwerken, die Strontium, Barium oder Magnesium in die Luft abgeben, kann er leben.
Nach wenigen Stunden sei die Belastung schon wieder gesunken, und im 24-Stunden-Mittelwert würden die Grenzwerte kaum je überschritten. Ein Feuer- oder Feuerwerkverbot sei denn auch nicht in Sicht. «Wirklich gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen haben anhaltend erhöhte Werte, vor allem in den Städten», sagte Straehl.
300 Tonnen Feinstaub
Verharmlosen will er die Verschmutzung durch Feuer und Feuerwerk aber nicht. Immerhin gelangten am 1. August rund 300 Tonnen Feinstaub in die Luft. Doch: «Im Vergleich zu Smogperioden wie 2006 ist das nichts», sagte Straehl.
Einige Kantone haben dieses Jahr trotzdem ein Feuerverbot verfügt, aber nicht aus Gründen des Umweltschutzes, sondern wegen der Trockenheit der letzten Wochen. In den Kantonen Tessin, Jura, Wallis und Waadt dürfen am 1. August Feuer und Feuerwerk nur mit Bewilligung und unter Aufsicht der Feuerwehr abgebrannt werden. In Genf ist das Feuern in der Nähe des Waldes verboten.
(sda)
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Alle 4 Kommentare




























Einfach zum Umgehen
"Gestattet sind nur Feuer zur Vernichtung von Schädlingen, Grillfeuer oder Brauchtumsfeuer wie jene zum 1. August." Somit müsste man nur ein paar Würste im Mahnfeuer grillen und schon wäre das Feuer auch in Uri legal, da ja Grillfeuer gestattet ist ;-)
Richtiger Entscheid
Wenn sich diese Leute schon "Umweltschützer" nennen, sollen sie auch danach Leben. Das hat die Urner Regierung begriffen und die Höhenfeuer zurecht verboten. Dieser Unsinn sollte auch andernorts verboten werden. Gegen ein 1. Augustfeuer und das Abbrennen von Feuerwerk ist jedoch nichts einzuwenden, da das Zeichen unseres Patriotismusses sind und zu unserem Kulturgut gehören.
Alpenfeuer für den Schutz der Bergblumen
Bei der ganzen Diskussion ging verloren, um was es geht: In diesem Jahr brennen die symbolischen Höhenfeuer «Für den Schutz der Bergblumen» und verstehen sich als Beitrag an das Jahr der Biodiversität 2010. Die bunten Blumenwiesen sind in der Schweiz in den letzten 60 Jahren praktisch komplett verloren gegangen. Gut 90 Prozent dieser wertvollen Trockenwiesen sind Intensivierungen und Verbuschungen zum Opfer gefallen. Dabei gehören die Trockenwiesen und -weiden zu den wichtigsten Naturinventaren des Alpenraumes, denn sie sind Lebensraum für rund die Hälfte der Pflanzen- und Tierarten.