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Drama an Langstrasse
10. Februar 2012 12:00; Akt: 10.02.2012 22:48 Print
«Der Fahrer war schon um zwei Uhr besoffen»
von A. Fumagalli, A. Müller, A. Mustedanagic - Ganz Zürich rätselt, warum Sandro in die Lambada-Bar gerast ist. Augenzeugen glauben nicht an Absicht. Er sei betrunken in den Wagen gestiegen - und losgerast.
Sandro (Name geändert) stieg kurz vor 5.30 Uhr nur wenige hundert Meter von der Lambada-Bar entfernt in seinen goldenen Chrysler 300M. Dann gab er Gas und fuhr die Zürcher Langstrasse herunter - in unerlaubter Richtung auf der Einbahnstrasse. Sekunden später knallte er mit voller Wucht in eine Menschengruppe vor dem Nachtlokal. Die schreckliche Bilanz: Ein Toter, fünf zum Teil schwer verletzte Menschen, darunter der Fahrer.
Der 25-jährige Sandro* knallte mit seinem Chrysler in die Lambada-Bar.
Das «Lambada» steht nicht zum ersten Mal im Fokus. Auf die Bar am berühmt-berüchtigten «Dominikaneregge» an der Langstrasse wurde im Juli 2002 ein gezielter Anschlag verübt. Ein damals 23-jähriger Schweizer feuerte zehn Schüsse aus einem Sturmgewehr auf die Bar. Dass die mehrere Dutzend Gäste mit dem Schrecken davonkamen, war einem glücklichen Zufall zu verdanken. Die Kugeln blieben im Panzerglas der Liegenschaft stecken. Im Gebäude war früher eine Bankfiliale einquartiert.
Was trieb den 25-jährigen Schweizer aus dem Solothurnischen zu dieser Amokfahrt? Warum steuerte Sandro, der in der Elite-Bar an der Langstrasse arbeitet, seinen Chrysler in die Menschenmenge? Hidir Topak, sein Chef und Kumpel, ist geschockt: «Sandro ist ein lieber und netter Typ, ein guter Mensch.» Er könne sich überhaupt nicht vorstellen, dass sein Mitarbeiter absichtlich in die Gruppe von Nachtschwärmern gefahren ist. Und sagt dann mit bedrückter Stimme: «Diese Nacht ist er offenbar total betrunken gewesen.»
In Panik geraten?
Dies bestätigt eine zweite Quelle gegenüber 20 Minuten Online: «Ich habe ihn um 2.30 Uhr in der Bar gesehen, da war er bereits ziemlich besoffen.» Sandro becherte anschliessend bis in die frühen Morgenstunden weiter, so der Kollege gegenüber 20 Minuten Online. Die Polizei konnte auf Anfrage noch nicht sagen, ob der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss stand.
Der Inhaber der «Lambada»-Bar war zum Zeitpunkt des Unfalls im Lokal. «Es gab einen lauten Knall», sagt Abbas Sin. Er sei nach draussen gerannt. «Überall schrien Leute, Blutspuren waren auf der Strasse und die Verletzten lagen herum – es war ein riesiger Schock.» Dass Sandro sein Auto absichtlich gegen die Bar steuerte, glaubt Sin nicht. «Er war wohl einfach betrunken oder unter Drogen.» Wahrscheinlich sei er in Panik geraten, als er gemerkt habe, dass er die Langstrasse in die falsche Richtung hochfuhr. «Einen Streit gab es in der Lambada-Bar jedenfalls nicht.»
«Sie flogen über zehn Meter weit»
Die Folgen der Amokfahrt sind verheerend. Auch, weil der Elite-Mitarbeiter offenbar mit grossem Tempo in die Menge raste.
Can Aladin, Sohn des Geschäftsführers der gleichnamigen Imbissbude neben der «Lambada»-Bar, war zum Unfallzeitpunkt auch in seinem Geschäft. Er bestätigt: «Es gab einen unglaublich lauten Knall.» Als er hinausrannte, lagen zwei Personen vor seinem Schaufenster. «Sie flogen mehrere Meter weit bis vor unseren Laden.»
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Video: Augenzeugen berichten (Keystone)
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Video: Augenzeugen berichten (Keystone)
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Marco Cortesi, Stapo Zürich, im Interview (Keystone)
(Mitarbeit: M. Egger)



























