Drama an Langstrasse

10. Februar 2012 12:00; Akt: 10.02.2012 22:48 Print

«Der Fahrer war schon um zwei Uhr besoffen»«Der Fahrer war schon um zwei Uhr besoffen»

von A. Fumagalli, A. Müller, A. Mustedanagic - Ganz Zürich rätselt, warum Sandro in die Lambada-Bar gerast ist. Augenzeugen glauben nicht an Absicht. Er sei betrunken in den Wagen gestiegen - und losgerast.

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Schreckliche Szenen spielten sich am Freitagmorgen 10.2. 2012 an der Zürcher Langstrasse ab. Ein Chrysler knallte in eine Menschengruppe vor der Lambada-Bar. «Die Menschen flogen meterweit durch die Luft bis vor das Aladin-Bistro», sagt ein Augenzeuge. Der Horror-Crash forderte ein Todesopfer und fünf Verletzte. Der Fahrer des Unfallwagens (hier im Bild) arbeitet in der Elite-Bar unweit der «Lambada»-Bar. Sandro (Name geändert) soll vor dem Unfall getrunken haben, sagt sein Chef gegenüber 20 Minuten Online. Der Schweizer wohnt gemäss seinem Chef in Solothurn, hat aber ein Zimmer in Zürich. Beim Auto des Fahrers, der in die Leute fuhr, handelt es sich um einen Chrysler. Dutzende Polizisten und Sanitäter standen im Einsatz. Das Opfer starb noch auf der Unfallstelle. Vier weitere Besucher der Bar, die draussen standen, sowie ... ... der Fahrer des Wagens wurden verletzt. Wieso der 25-jährige Schweizer in die Menschenmenge raste, ist gemäss Polizei noch unklar. Augenzeugen berichteten, dass der Fahrer die Gruppe gezielt rammte. Die Polizei bestätigte bisher allerdings keine «Amokfahrt». Sin Abbas - der Inhaber der «Lambada»-Bar - war zum Zeitpunkt des Unfalls in der Bar. «Es gab einen lauten Knall», sagt Abbas. Er sei nach draussen gerannt. «Überall schrien Leute, Blutspuren waren auf der Strasse und die Verletzten lagen herum - es war ein riesiger Schock.» Abbas glaubt nicht an Absicht des Fahrers. «Er war wohl einfach betrunken oder unter Drogen.» Wahrscheinlich sei er in Panik geraten, als er gemerkt habe, dass er die Langstrasse in die falsche Richtung hochfuhr. Stefan Meier (Name geändert) war im «Lambada», als das Auto die Bar rammt. «Es gab einen Riesenknall», sagt er, «als ich hinaus kam, herrschte pures Chaos.» Die Zeit bis der erste Krankenwagen gekommen ist, kam ihm wie eine Ewigkeit vor. Ein Anwohner gegenüber der Bar ist kurz nach dem Knall erwacht. «Ich hörte Hilfe-Schreie», so der Mann, «als ich zum Fenster ging, dachte ich zuerst es sei eine Schlägerei.» Doch was er vor dem Fenster sieht, ist ein blutiges Szenario: «Ich sah drei Personen am Boden liegen und eine grosse Gruppe von Leuten, die sich um sie kümmerten.» Doch was er vor dem Fenster sieht, ist ein blutiges Szenario: «Ich sah mindestens drei Personen am Boden liegen und eine grosse Gruppe von Leuten, die sich um sie kümmerten.» Die Polizei ist mit einem grossen Aufgebot vor Ort. ... Spezialisten des Unfalltechnischen Dienstes der Stadtpolizei Zürich abgeklärt.

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Sandro (Name geändert) stieg kurz vor 5.30 Uhr nur wenige hundert Meter von der Lambada-Bar entfernt in seinen goldenen Chrysler 300M. Dann gab er Gas und fuhr die Zürcher Langstrasse herunter - in unerlaubter Richtung auf der Einbahnstrasse. Sekunden später knallte er mit voller Wucht in eine Menschengruppe vor dem Nachtlokal. Die schreckliche Bilanz: Ein Toter, fünf zum Teil schwer verletzte Menschen, darunter der Fahrer.

Was trieb den 25-jährigen Schweizer aus dem Solothurnischen zu dieser Amokfahrt? Warum steuerte Sandro, der in der Elite-Bar an der Langstrasse arbeitet, seinen Chrysler in die Menschenmenge? Hidir Topak, sein Chef und Kumpel, ist geschockt: «Sandro ist ein lieber und netter Typ, ein guter Mensch.» Er könne sich überhaupt nicht vorstellen, dass sein Mitarbeiter absichtlich in die Gruppe von Nachtschwärmern gefahren ist. Und sagt dann mit bedrückter Stimme: «Diese Nacht ist er offenbar total betrunken gewesen.»

In Panik geraten?

Dies bestätigt eine zweite Quelle gegenüber 20 Minuten Online: «Ich habe ihn um 2.30 Uhr in der Bar gesehen, da war er bereits ziemlich besoffen.» Sandro becherte anschliessend bis in die frühen Morgenstunden weiter, so der Kollege gegenüber 20 Minuten Online. Die Polizei konnte auf Anfrage noch nicht sagen, ob der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss stand.

Der Inhaber der «Lambada»-Bar war zum Zeitpunkt des Unfalls im Lokal. «Es gab einen lauten Knall», sagt Abbas Sin. Er sei nach draussen gerannt. «Überall schrien Leute, Blutspuren waren auf der Strasse und die Verletzten lagen herum – es war ein riesiger Schock.» Dass Sandro sein Auto absichtlich gegen die Bar steuerte, glaubt Sin nicht. «Er war wohl einfach betrunken oder unter Drogen.» Wahrscheinlich sei er in Panik geraten, als er gemerkt habe, dass er die Langstrasse in die falsche Richtung hochfuhr. «Einen Streit gab es in der Lambada-Bar jedenfalls nicht.»

«Sie flogen über zehn Meter weit»

Die Folgen der Amokfahrt sind verheerend. Auch, weil der Elite-Mitarbeiter offenbar mit grossem Tempo in die Menge raste.
Can Aladin, Sohn des Geschäftsführers der gleichnamigen Imbissbude neben der «Lambada»-Bar, war zum Unfallzeitpunkt auch in seinem Geschäft. Er bestätigt: «Es gab einen unglaublich lauten Knall.» Als er hinausrannte, lagen zwei Personen vor seinem Schaufenster. «Sie flogen mehrere Meter weit bis vor unseren Laden.»

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Video: Augenzeugen berichten (Keystone)

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Marco Cortesi, Stapo Zürich, im Interview (Keystone)


(Mitarbeit: M. Egger)