«Körperwelten» in Zürich

31. August 2009 23:08; Akt: 01.09.2009 08:25 Print

«Ein Verbot wäre die beste Werbung»«Ein Verbot wäre die beste Werbung»

von Regina Ryser - In Deutschland demonstrierten Pfarrer gegen «Körperwelten» - Zürcher Geistliche wollen die Leichen-Show lieber totschweigen.

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Akt des Anstosses: Gunther von Hagens und sein neuester Skandal. Seine neue Themenausstellung Körperwelten und der Zyklus des Lebens öffnet am Donnerstag die Tore. Bereits jetzt eckt die Plastinat-Sammlung wieder an. Der umstrittene Leichenpräparator hat am 16. November 2006 im brandenburgischen Guben nach eigenen Angaben das weltweit erste Plastinarium eröffnet. (Bild: Keystone/EPA Photo DPA/Franz Peter Tschauner/fpt/h-bw) «Ich möchte die Leute hier zum Staunen bringen, indem ich ihnen die Ästhetik der Anatomie nahe bringe», sagte der 61-jährige Mediziner und Leiter des Heidelberger Institutes für Plastination. (Bild: Keystone/AP Photo/Jockel Finck) Zur ersten öffentlichen Präsentation haben sich geladene Gäste und zahlreiche Journalisten versammelt. (Bild: Keystone/AP Photo/Jan Pitman) In einer Schauwerkstatt wird Besuchern gezeigt, wie Plastinate von Mensch und Tier hergestellt werden. (Bild: Keystone/DPA/Matthias Schrader) Die seit 2005 geplante Einrichtung hatte die Stadt Guben monatelang gespalten. Heftige Kritik kam von einem neu gegründeten Aktionsbündnis für Menschenwürde. (Bild: Keystone/AP Photo / Jan Pitman) Die seit 2005 geplante Einrichtung hatte die Stadt Guben monatelang gespalten. Heftige Kritik kam von einem neu gegründeten Aktionsbündnis für Menschenwürde. (Bild: Keystone/AP Photo / Jan Pitman) (Bild: Keystone/AP Photo/Bernd Kammerer) (Bild: Keystone/AP Photo/Bernd Kammerer) (Bild: Keystone/AP Photo/Bernd Kammerer) (Bild: Keystone/AP Photo/Bernd Kammerer)

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Eine Ausstellung voller Leichen: «Körperwelten» zeigt ab dem 11. September bis Ende Februar im Puls 5 in Zürich den Zyklus des Lebens anhand von über 200 plastinierten Körpern auf. Laut Organisatoren läuft der Ticketverkauf «sehr zufriedenstellend». In Berlin sorgte die Skandalausstellung von Gunther von Hagens für einigen Wirbel: «Gebt Toten Ruhe!», skandierten wütende evangelische Pfarrer bei Demos.

Reagieren Zürcher Kirchenvertreter ähnlich? «Wir sind skeptisch, weil Tote blossgestellt werden – das ist für uns aber kein Grund, dagegen zu demonstrieren», sagt Nicolas Mori, Sprecher der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Er setze auf die Mündigkeit der Kirchgänger: «Es soll jeder selbst entscheiden, ob er ‹Körperwelten› wirklich sehen muss.»

Auch Franz Stampfli, Sprecher des Zürcher Generalvikars der katholischen Kirche, mag kein Verbot fordern: «Das wäre sonst die beste Werbung für die Ausstellung.» Obwohl er «Körperwelten» geschmacklos findet, sieht er auch einen positiven Aspekt: «Es ist gut, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzt.»