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«Körperwelten» in Zürich
31. August 2009 23:08; Akt: 01.09.2009 08:25 Print
«Ein Verbot wäre die beste Werbung»
von Regina Ryser - In Deutschland demonstrierten Pfarrer gegen «Körperwelten» - Zürcher Geistliche wollen die Leichen-Show lieber totschweigen.
Eine Ausstellung voller Leichen: «Körperwelten» zeigt ab dem 11. September bis Ende Februar im Puls 5 in Zürich den Zyklus des Lebens anhand von über 200 plastinierten Körpern auf. Laut Organisatoren läuft der Ticketverkauf «sehr zufriedenstellend». In Berlin sorgte die Skandalausstellung von Gunther von Hagens für einigen Wirbel: «Gebt Toten Ruhe!», skandierten wütende evangelische Pfarrer bei Demos.
Gunther von Hagens’ «Körperwelten» zeigt in der Zürcher Ausstellung sogar zwei Tote beim Sex. (Reuters)
Reagieren Zürcher Kirchenvertreter ähnlich? «Wir sind skeptisch, weil Tote blossgestellt werden – das ist für uns aber kein Grund, dagegen zu demonstrieren», sagt Nicolas Mori, Sprecher der reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Er setze auf die Mündigkeit der Kirchgänger: «Es soll jeder selbst entscheiden, ob er ‹Körperwelten› wirklich sehen muss.»
Auch Franz Stampfli, Sprecher des Zürcher Generalvikars der katholischen Kirche, mag kein Verbot fordern: «Das wäre sonst die beste Werbung für die Ausstellung.» Obwohl er «Körperwelten» geschmacklos findet, sieht er auch einen positiven Aspekt: «Es ist gut, wenn man sich mit dem Tod auseinandersetzt.»


























