Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Geisterfahrt in Zürich
10. Februar 2012 10:25; Akt: 10.02.2012 13:28 Print
«Leute haben geschrien und um Hilfe gerufen»
von A. Fumagalli und A. Mustedanagic - Schreie, Chaos und Blut: Augenzeugen beschreiben den Horror, den sie heute Morgen auf der Zürcher Langstrasse erlebten. Und was zur Todesfahrt geführt haben könnte.
Scherben liegen auf der Strasse, ein Verkehrsschild ist geknickt, überall liegen Abfall und Trümmerteile. Und überall ist Blut. Es sind Spuren einer Horrorfahrt, die heute kurz vor 5.30 Uhr an der Zürcher Langstrasse ein Menschenleben forderte und fünf Personen verletzte.
FeedbackSie haben den Vorfall beobachtet und haben Hinweise, Anregungen oder Informationen? Schicken Sie ein Mail an: feedback@20minuten.ch
Die Spuren des Horrors hat Davide hautnah gesehen. Er ist noch immer schockiert über das, was er am frühen Morgen miterlebt hat: «Mehrere Personen waren voller Blut, eine Person am Boden war mit einem weissen Tuch bedeckt», sagt der Taxifahrer, der in unmittelbarer Nähe des Tatorts seinen Stand hat. Die Amokfahrt selbst hat er nicht miterlebt, er stiess aber kurz danach zum Ort des Geschehens: «Es war ein Riesenchaos, Leute haben geschrien und um Hilfe gerufen.» Das Amok-Auto sei stark beschädigt gewesen, der Fahrer sei noch lange Zeit im Auto geblieben: «Er war nicht ansprechbar, sein Kopf lag auf der Brust.»
«Pures Chaos»
Stefan Meier (Name geändert) war in der Lambada-Bar, als das Unfassbare geschah. «Es gab einen Riesenknall», sagt er. Dann rannte er raus. «Als ich hinauskam, herrschte pures Chaos.» Die Zeit, bis der erste Krankenwagen kam, sei ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen.
Ein Anwohner gegenüber der Bar ist kurz nach dem Knall erwacht. «Ich hörte Hilfeschreie», so der Mann. «Als ich zum Fenster ging, dachte ich zuerst, es sei eine Schlägerei.» Doch was er vor dem Fenster sieht, ist ein blutiges Szenario: «Ich sah drei Personen am Boden liegen und eine grosse Gruppe von Leuten, die sich um sie kümmerten.»
Taxifahrer Davide blieb gut 20 Minuten am Tatort, danach wurden die umliegenden Strassen von der Polizei abgesperrt. Eigentlich hätte seine Schicht noch angedauert. «Nach all dem, was ich gesehen habe, konnte ich nicht mehr weiterfahren.»
«Der ist doch sonst nicht so»
Wieso steuerte der 25-jährige Amok-Fahrer seinen goldfarbenen Chrysler in die Menschenmenge? War sein Ziel die «Lambada-Bar», die er erheblich beschädigte? Waren es die Personen, die vor der Bar standen? Oder ist alles ein schrecklicher Unfall? Fragen, die derzeit nicht beantwortet werden können.
Der Taxifahrer sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Ein Mann fuhr mit seinem Auto in den Club rein, absichtlich. Viele Passanten sahen es genau. Viele schienen ihn auch zu kennen. Ich hörte, wie man munkelte: ‹Oh, nein, den kennen wir, der ist doch sonst gar nicht so.›.»
Klar ist: Der Mann fuhr mit hohem Tempo in verbotener Fahrtrichtung auf der Langstrasse. Er tötete einen 39-jährigen Schweizer. Er verletzte drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 21 und 36 Jahren. Und er verletzte sich selber erheblich. Es ist das erste schreckliche Fazit der Horrorfahrt.
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
Video: Augenzeugen berichten (Keystone)
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
Video: Augenzeugen berichten (Keystone)
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
(Video: Leser-Reporter)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 18 Kommentare






























Schokierend, aber ,,
bei einigen könnte man echt meinen sie wüsten schon vor dem Unfall was passiert ist, solange nicht das gegenteil bewiesen ist, gilt es für mich als Unfall.
Lambada
Jeder der dieses Lokal kennt weiss das dort immer was passiert,war schon früher so das dort schon zwischenfälle gab (Messerstecherei,und geschossen wurde auch schon dort)das Lokal ist auch bei der Polizei bekannt das dort nicht nur Alkohol konsumiert wird,es gab immer wieder in den frühen Morgenstund kontrollen.darum neme ich an das der absichtlich ins Lokal fur.am Morgen 05.30 kann man sich ja vorstellen was für Personen dort verkehren.
die Dekadenz der 24std Gesellschaft
kann mir mal jemand sagen warum es so früh am Morgen schon Typen in einer Bar hat? Normale Menschen stehen dann doch erst auf um ihr Tagwerk zu beginnen.Wir brauchen wieder strikte Polizeistunden sowie ganz harte Gesetze gegen Alkohol-&Drogenmissbrauch
die vergangenheit war besser?
Das sehe ich nicht so. Gesetze können den Missbrauch nicht verhindern, wie es die Vergangenheit gezeigt hat.
Nicht schon..Noch!
Lieber Claude, ich denke dass die nicht schon, sonder NOCH in der Bar waren. In Zürich haben Bars auch um diese Zeit noch offen. ;-)