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Zürich
24. November 2009 23:20; Akt: 25.11.2009 11:33 Print
«Schweizer Hooligans sind die schlimmsten»
von Roman Hodel - Hooligan-Experte Dölf Brack begrüsst das harte Durchgreifen des FCZ wegen der Krawalle. Doch er sagt: «Es braucht noch mehr Massnahmen.»
Dölf Brack, der FC Zürich verkauft keine Tickets mehr für seine Auswärtsspiele und schliesst den Gästesektor im Letzigrund bei Hochrisikospielen. Was halten Sie davon?
Dölf Brack: Es braucht sicher eine Anlaufzeit, aber es ist der richtige Weg, weil andere Massnahmen wie schärfere Eingangskontrollen und Gespräche mit Fanclubs nichts gebracht haben.
Gewalttätige «Fussball-Fans»: Hooligan-Experte Dölf Brack fordert ein hartes Durchgreifen. (Keystone)
GC-Fan kritisiert Vorgehen des FCZ
Die Massnahmen des FCZ sorgen für Kopfschütteln bei René Gnägi, Präsident des GC-Fanklubs Ostschweiz: «Dies ist der falsche Weg, so werden alle Fans bestraft. Auch Nicht-Gewaltbereite.» Zudem sei der FCZ offenbar nicht mehr auf die Einnahmen der Gästefans angewiesen. Verständnis hat hingegen FCZ-Fan Vasilije Vranic: «Auch wenns schade ist, dass alle Fans büssen müssen.» Er gehe weiterhin an Auswärtsspiele, halt in einen anderen Sektor.
Warum brachten die Gespräche nichts?
Die Fanclubs distanzieren sich zwar von den Krawallmachern, decken sie aber gleichzeitig aus Angst vor Repressalien. Deshalb müssen wir jetzt mit äusserster Härte gegen die Gewalt vorgehen, denn die militanten Fans in der Schweiz sind europaweit momentan die schlimmsten.
Besteht nicht die Gefahr, dass die Krawallmacher einfach auf andere Tribünen ausweichen?
Klar kann man dies nicht ausschliessen. Schon heute trifft man ab und an Leute, die verkleidet auf der Haupttribüne sitzen, weil sie mit einem Stadionverbot belegt sind.
Das heisst, es bräuchte weitere Massnahmen?
Genau. Die Klubs müssten den Verkauf aller Tickets in ihrem Stadion selber übernehmen und nicht mehr via Portale wie Ticketcorner abwickeln.
Was würde das bringen?
Damit liesse sich verhindern, dass ein gewaltbereiter Mob für irgendeinen Sektor Tickets zusammenkauft, sofern die Klubs die Tickets pro Person rationieren.



























