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27. November 2007 15:32; Akt: 28.11.2007 20:36 Print
Höngg: Warum hatte der Schütze Munition?
Seit einem Monat müssen Armeeangehörige die Taschenmunition abgeben. Woher hatte der Schütze von Höngg - ein Rekrut - die Patrone, um die 16-jährige Francesca zu erschiessen?
Seit dem 5. September läuft die Unterschriftensammlung zur Initiative «Armeewaffen ins Zeughaus». Seit rund einem Monat läuft die Rückrufaktion für Taschenmunition des VBS. Genau in diese heisse Phase der Diskussion über die Lagerung von Armeewaffen und –munition fällt der Todesschuss auf ein 16-jähriges Mädchen in Höngg.
Keine Chance bei Affekt
Die gegnerischen politischen Lager werden nicht darum herumkommen, den Schuss von Höngg zu diskutieren. Karin Maeder-Zuberbühler, Mitinitiantin von «Armeewaffen ins Zeughaus» und Zürcher Kantonsrätin, ist entsetzt über den Einsatz des Sturmgewehrs gegen das Mädchen. «Wenn das eine Affekthandlung war, etwa eine Eifersuchtstragödie, dann hätte der Fall verhindert werden können, wenn der junge Mann das Gewehr in der RS hätte zurücklassen müssen», sagt Maeder. Sich eine Waffe und Munition zu beschaffen hätte eine längere Bedenkzeit und eine Beruhigung des Täters zur Folge gehabt.
Munition illegal beschafft?
Hans Fehr, Präsident der Aktion für eine Unabhängige Schweiz (AUNS) und ein Gegner der Munitionseinlage und Zeughauslagerung der Sturmgewehre, geht nicht von einer Affekthandlung aus, sondern von einem krankhaften Täter. Der Fall sei natürlich äusserst tragisch, hätte aber durch die Abgabe der Taschenmunition nicht verhindert werden können. «Der Mann kam ja aus der Rekrutenschule und hätte die Munition also dort zurücklassen müssen. Dennoch hat er Munition beschaffen können, wahrscheinlich illegal. Das zeigt, dass die Bemühungen, den Schweizer Milizsoldaten die Munition wegzunehmen, keine Verbrechen verhindern», sagt Fehr. Wenn jemand vorsätzlich jemanden töten wolle, dann tue er dies sowieso: «Menschen, die vorsätzlich töten wollen, werden sich immer irgendwie eine Waffe und Munition beschaffen können. Das muss auch der Schütze von Höngg getan haben.»
Noch ist über die Beziehung zwischen Täter und Opfer nichts bekannt, ebenso wenig, ob der Täter vorsätzlich, im Affekt oder wegen einer Fehlmanipulation geschossen hat, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt.
Maurice Thiriet, 20minuten.ch

























