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Falsche Zutaten
03. August 2009 23:04; Akt: 03.08.2009 22:38 Print
Falsches Ecstasy an der Street Parade
von Roman Hodel - Gut 80 Prozent aller angebotenen Ecstasy-Pillen enthalten gar keinen Ecstasy-Wirkstoff mehr. Für die Konsumenten kann dies fatale Folgen haben.
Übelkeit und Halluzinationen statt Glücksgefühle und Tanzdrang: Wer an der Street Parade ein Ecstasy einwirft, kann sein blaues Wunder erleben: «Gut 80 Prozent aller Ecstasy-Pillen, die in den letzten zwölf Monaten in Zürich angeboten wurden, enthalten gar keinen MDMA-Wirkstoff mehr», sagt Donald Ganci von der städtischen Jugendberatung Streetwork. «Stattdessen bestehen sie aus Ersatzstoffen wie dem halluzinogenen 2C-B.»
Richtige Ohrstöpsel für Kids
«An der Street Parade tanzen auch Eltern mit ihren Kindern. Um deren Gehör zu schützen, empfiehlt Streetwork Gehörschutze aus dem Fachhandel. «Es kann schwierig sein, Gehörschutze für Erwachsene dem kleineren Gehörgang eines Kindes anzupassen», so Prof. Dr. Rudolf Probst vom Universitätsspital. «Unter Einjährige sind besonders gefährdet, weil ihr Gehör noch nicht reif und empfindlich ist.» Distanz zu den Lautsprechern sei der beste Schutz.
Dieser Wirkstoff kann laut Nina Seiler von der Szeneorganisation Eve&Rave Panikzustände auslösen: «Und wer als Ecstasy verkaufte 2C-B-Pillen konsumiert, riskiert schnell eine Überdosis.» Warum MDMA fast verschwunden ist, sei unklar: «Angeblich stammten die Grundstoffe aus China und sind wegen neuer Ausfuhrgesetze nicht mehr verfügbar», sagt Seiler. Sie warnt generell davor, auf der Strasse und in Clubs von Unbekannten Drogen zu kaufen.
Auch deshalb betreibt Streetwork erstmals einen Drogenteststand direkt an der Street-Parade-Route am Bürkliplatz. «Wer Drogen prüfen lässt, muss aber zu einem Gespräch mit uns bereit sein», so Ganci. Sorgen bereitet ihm ohnehin noch etwas anderes: «Der Mischkonsum von Alkohol und Drogen ist nach wie vor der Hauptgrund für Sanitätseinsätze.»


























