Zürich

05. August 2008 21:39; Akt: 06.08.2008 15:42 Print

Das überraschende Comeback des Ueli MaurerDas überraschende Comeback des Ueli Maurer

Ueli Maurer soll neuer Präsident der SVP des Kantons Zürich werden. Der Kantonalvorstand hat den 57-jährigen Nationalrat am Abend in Zürich als Nachfolger von Hansjörg Frei vorgeschlagen.

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Der definitive Entscheid über das Präsidium fällt an der SVP- Delegiertenversammlung vom 19. August in Neftenbach. Gemäss Hansjörg Frei fiel der Entscheid in der Findungskommission einstimmig.

Mit dem ehemaligen Präsidenten der SVP-Schweiz habe man eine ideale Lösung. Maurer sei eine Integrationsfigur mit Charkaterstärke, sagte Frei.

Nationalrat Ueli Maurer betonte, dass die SVP eine wichtige Funktion in der Schweiz habe. Er mache gerne Parteiarbeit und habe neben seiner Tätigkeit als Kommunikationsberater auch Zeit für dieses neue Amt. Mit seiner politischen Erfahrung müsse er nichts mehr beweisen. Ein junger Präsident hätte da eventuell Energien verloren.

SVP Kanton Zürich als Taktgeber

Maurer sagte weiter, er wolle sich für das Wohl des Landes einsetzen. Die Schweiz müsse frei und unabhängig bleiben. Ein EU-Beitritt komme nicht in Frage. Auch die Steuerpolitik müsse man im Auge behalten. Die SVP Kanton Zürich bezeichnete Maurer als «Taktgeber» für die SVP Schweiz.

Maurer betonte, dass er sich mit allen Parteien eine Zusammenarbeit vorstellen könne, wenn es sich thematisch aufdränge. Die FDP habe gegenüber der SVP jedoch eine Bringschuld.

Maurer war von 1991 bis 1996 Vizepräsident der SVP des Kantons Zürich. Anschliessend präsidierte er bis 2008 die SVP Schweiz.

Alfred Heer soll Vizepräsident werden

Im Gespräch für das Präsidium war auch Nationalrat Alfred Heer. Gemäss Frei soll Heer Vizepräsident der kantonalen SVP werden. Zudem werde er Präsident der SVP der Stadt Zürich werden und Rolf André Siegenthaler ablösen.

Der 66-jährige Hansjörg Frei hatte im Juni seinen Rücktritt angekündigt. Er wolle die Partei in jüngere Hände geben, sagte er. Frei war seit Februar 2006 im Amt. Er übernahm das Präsidium, nachdem Peter Good nach wenigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Goods Vorgänger Christoph Blocher hatte zuvor bis zu seiner Wahl in den Bundesrat die SVP des Kantons Zürich 27 Jahre lang präsidiert. Unter Freis Führung gelang es der SVP, den zweiten Sitz in der Zürcher Kantonsregierung zurückzugewinnen.

Im letzten Herbst verlor die wählerstärkste Partei jedoch ihren Ständeratssitz. Bei den Kantonsratswahlen im letzten Jahr musste die SVP trotz gleicher Wählerstärke fünf Sitzverluste hinnehmen (von zuvor 61). Bei den eidgenössischen Wahlen verteidigte die Partei ihre 12 Nationalratsmandate.

(sda)