Reh verfehlt

21. November 2011 22:57; Akt: 21.11.2011 23:34 Print

Jäger gibt  Schüsse auf Wanderer abJäger gibt Schüsse auf Wanderer ab

Wanderer René A.* war mit seinem Hund im Wald unterwegs, als er plötzlich angeschossen wurde. Ein Jäger hatte eine Schrotladung abgefeuert.

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Die Schrotladung war für das Reh gedacht – und traf den Rentner. (Foto: W. Kruck)

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Eigentlich wollte René A. im Waldgebiet Burgberg in Hittnau ZH gestern Mittag mit ­seinem Hund einfach eine kleine Wanderung machen. «Eingangs des Waldes begegnete ich einem Jäger», erzählt der 68-Jährige. «Ich habe ihn gefragt, ob ich bedenkenlos im Wald spazieren könne. Er bejahte und riet mir, auf dem Weg zu bleiben.» So marschierte A. weiter. «Plötzlich sah ich, wie ein Reh in meine Richtung sprang. Dann erblickte ich in etwa fünfzig Meter Entfernung einen Jäger und realisierte plötzlich: Jesses, der hat sein Gewehr auf mich gerichtet! Instinktiv drehte ich mich ab.» Dann ging alles ganz schnell. Der 56-jährige Jäger feuerte eine Schrotladung ab. Mehrere Schrotkugeln trafen den Senior seitlich am Oberkörper. «Ich spürte die Einschläge auf der linken Seite. Im Schock blieb ich stehen», so A. Er wurde ins Spital eingeliefert, konnte es gegen Abend aber wieder verlassen.

Laut Ruedi Widmer, Obmann bei der Jagdgesellschaft Burgberg Hittnau, hatte eine Treibjagd stattgefunden, an der rund 17 Jäger teilnahmen. Das Jagdgebiet müsse nicht gekennzeichnet werden: «Jeder Jäger ist selber für die Schussabgabe verantwortlich.» Zum Unfall meint Widmer: «Hätte sich der Wanderer bemerkbar gemacht, wäre das alles nicht passiert.» Er bedaure den Unfall aber sehr: «In den letzten 45 Jahren ist so etwas noch nie vorgekommen.»

Die genauen Umstände, die zu diesem Jagdunfall geführt haben, werden durch die Kantonspolizei Zürich in Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft untersucht.

*Name der Redaktion bekannt

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  • Ueli Eicher am 07.12.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung und Sehkraft lassen nach

    - Viele der aktiven Jäger sind sich sehr oft ihrer Verantwortung gegenüber einer Schusswaffe im Verlaufe der Zeit nicht mehr bewusst. Darum wird die Nachlässigkeit vieler Handlungen vorprogrammiert. - Mit dem Alter verliert jeder Mensch an Sehkraft. Darum frage ich mich immer wieder, warum es Jäger gibt, die eben wegen ihrer verminderten Sehkraft nicht mehr Autofahren dürfen, jedoch immer noch einen Waffentragschein und die Bewilligung zur Jagd besitzen.

  • René Reinert, Biker, Pilzer & Jäger am 27.11.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut Euch in die Lichter

    Klar ist: 1. Dem Schützen ist ein grober Fehler unterlaufen. 2. Der Obmann hat suboptimal kommuniziert. (Wenn seine Aussagen nicht aus dem Zusammenhang genommen wiedergegeben wurden). 3. Das Thema weckt berechtigt viele Emotionen. Darf ich folgendes Vorgehen empfehlen: 1. Tabula rasa mit den bissigen Kommentaren. 2. An Jagende: Sprecht mit den Engstirnigen in Eurer Jagdgesellschaft. 3. An Nichtfreunde der Jagd, die sich medial positionieren: Nehmt Kontakt mit der örtlichen Jagdgesellschaft auf und lasst Euch zu einem Hege-, Jagdtag einladen. Es passiert erstaunliches.

  • Manu am 25.11.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Wer hier über die Jagd schimpft, hat schlicht keine Ahnung. Leider ist ein Unfall passiert und wo Menschen sind, sind auch Fehler... Der Schütze kennt den Angeschossenen sogar persönlich und ist zutiefst betrübt über das Geschehene (man sollte sich auch in anderen Medien informieren). - Was der Obmann sagt ist schon eher unklug, aber aus dem Zusammenhang genommen klingen Worte oft härter, als sie vielleicht gemeint sind. - Zum Glück hat der Jäger mit Schrot geschossen, mit der Kugel wäre es wesentlich gefährlicher. Und Schrot ist auf kurze Distanz tödlich! Vor allem bei Reh und Fuchs.

    • Lalena am 01.12.2011 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      von wegen ahnungslos

      Wer Fleisch isst, hat schlicht keine Ahnung. "China Study" lesen und dann erst mitreden!

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