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«Jetzt erst recht»
26. März 2009 23:05; Akt: 26.03.2009 21:51 Print
Susi Gut schreibt an ihrer Biografie
von Roman Hodel - Vom Grosswerden im Heim bis zum SVP-Liebeskummer: Gemeinderätin Susi Gut hat wichtige Episoden aus ihrem Leben zu Papier gebracht.
Die zündende Idee hatte Susi Gut (48) im Sommer 2006. Damals gipfelte das Zerwürfnis der Wollishofer Gemeinderätin mit ihrer SVP im Parteiaustritt. Man habe sie, die Fleissige, gemobbt. «Zwetschge» sei noch der harmloseste Ausdruck gewesen. «Ich musste aufschreiben, was mir da widerfahren ist», sagt Susi Gut. «Denn ich hatte Liebeskummer, die SVP bedeutete mir sehr viel.»
Susi Gut mit dem Manuskript in ihrer Einzimmerwohnung. (rom)
Aus den ersten Zeilen sind mittlerweile rund 80 Seiten geworden. «Jetzt erst recht», heisst der Arbeitstitel ihrer Autobiografie. Schwerpunkt: Gut und die Politik. In einem Kapitel gewährt die 48-Jährige aber auch Einblicke in ihre schwierige Kindheit. Aufgewachsen teils im Heim, die Mutter Alkoholikerin, der Vater psychisch krank. «Ich hatte oft zu beissen, trotzdem ist etwas aus mir geworden.» Die Aktivierungstherapeutin lebt diszipliniert, absolviert regelmässig Marathons, raucht nicht, trinkt kaum Alkohol. «Mit meinem Buch möchte ich andere ermutigen, ihr Leben ebenfalls zu meistern – egal wie gut oder schlecht die Voraussetzungen sind.»
Derzeit steht Gut in Verhandlungen mit einem Verlag. Auf Empfehlung will sie noch mehr aus ihrem Leben preisgeben, dafür den Knatsch mit der SVP etwas zurücknehmen. «Mein Buch soll keine Abrechnung werden», sagt sie, die heute Vizepräsidentin ihrer kleinen Partei für Zürich ist. Mit dieser hatte sie vor einem Jahr erfolgreich den Kredit für den Club of Rome in Zürich gebodigt.

























