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11. März 2010 09:19; Akt: 11.03.2010 10:30 Print

Paula O. muss die Schweiz verlassenPaula O. muss die Schweiz verlassen

Keine Gnade für die Brasilianerin Paula O.: Das Zürcher Migrationsamt hat ihre Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert.

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Sie ist promovierte Juristin und das bekannteste reale Opfer einer fiktiven Attacke. Sie stürzte sich mit ihrer Lügengeschichte in eine persönliche Krise und sorgte für diplomatische Misstöne zwischen Brasilien und der Schweiz. Nun hat das Zürcher Migrationsamt entschieden: Paula O., die wegen Irreführung der Rechtspflege zu einer bedingten Geldstrafe von 10 800 Franken verurteilt worden ist, muss die Schweiz bis Ende März 2010 verlassen.

Ohne Arbeit keine Aufenthaltsbewilligung

Seit der fingierten Attacke hat die Brasilianerin nicht mehr gearbeitet – das ist ihr jetzt zum Verhängnis geworden: «Paula O. muss die Schweiz verlassen, weil sie ohne Arbeit die Bedingungen für eine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr erfüllt», sagt Bettina Dangel vom Migrationsamt des Kantons Zürich gegenüber 20 Minuten Online. Darüber hinaus sei auch berücksichtigt worden, dass sie mit der Irreführung der Rechtspflege Schweizer Gesetze verletzt habe.

Neonazi-Angriff vorgetäuscht

Paula O. hatte gemeinsam mit ihrem Freund in der Nacht vom 9. Februar 2009 Polizei und Rettungskräfte alarmiert. Soeben habe sie auf der Toilette des Bahnhofs Zürich-Stettbach eine Fehlgeburt erlitten und ihre Zwillinge verloren. Zuvor hätten sie drei Neonazis angegriffen und mit Tritten in den Bauch traktiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war der Körper der Frau übersät mit Schnittwunden. Auf Bauch und Beinen waren die Buchstaben «SVP» eingeritzt. Die Schweiz war geschockt, Brasilien alarmiert.

Brasilianischer Präsident schaltete sich ein

In den Medien überschlugen sich in der Folge die Ereignisse: Von Fremdenhass und einem politisch motivierten Racheakt war die Rede – am Tag vor der Tat wurde die Personenfreizügigkeits-Abstimmung angenommenen. Die brasilianischen Behörden warfen der Zürcher Justiz Schlamperei vor und selbst Präsident Lula da Silva schaltete sich ein. Doch die Horrorgeschichte fiel in sich zusammen: Stück für Stück wurde das Konstrukt der damals 26-Jährigen freigelegt. Sie war zu diesem Zeitpunkt weder schwanger noch wurde sie angegriffen – sie habe sich die Verletzungen selbst zugefügt, beschied ein rechtmedizinisches Gutachten. Brasilien krebste zurück, Familie und Freunde waren geschockt.

(am/amc)