Zu teuer

01. März 2010 11:01; Akt: 02.03.2010 11:52 Print

Abfuhr für DefibrillatorenAbfuhr für Defibrillatoren

Der Kanton Zürich soll nicht flächendeckend mit Defibrillatoren ausgerüstet werden. Der Kantonsrat hat einer Einzelinitiative von zwei Ärzten die vorläufige Unterstützung knapp versagt.

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Die Mediziner verlangten die Schaffung von gesetzlichen Grundlagen, damit eine «effiziente, flächendeckende Versorgung» im Kanton mit öffentlich zugänglichen Automatischen Externen Defribillatoren (AED) möglich wird. 57 Parlamentarier stimmten am Montag für die Initiative. Nötig gewesen wären 60 Stimmen.

Vor allem bei Sportstadien, Fussballplätzen, Turnhallen und Schulhäusern sei ein rasch erreichbarer Automatischer Externer Defibrillator (AED) notwendig, schrieben die Initianten in ihrer Begründung. Dies, weil bei sportlicher Betätigung die Gefahr eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstandes stark ansteige.

Nach Ansicht der Initianten sollten AED nicht nur an stark frequentierten Orten platziert werden. Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Anfahrtswege für die Rettungskräfte länger sind, seien die Geräte besonders sinnvoll.

Erhebliche Kosten

Unterstützung erhielten die Initianten von der SP, der EVP und der EDU sowie von einem Teil der Grünen. Das Anliegen sei zu wichtig, als dass man es einfach unter den Tisch wischen dürfe, sagte etwa Erika Ziltener (SP, Zürich).

Oskar Denzler (FDP, Winterthur) wies dagegen auf die «erheblichen Kosten» hin, die mit der Anschaffung solcher Geräte verbunden wären. Gemäss Initianten sind AED ab 2000 Franken zu haben. Diese Geräte müssten zudem regelmässig kontrolliert werden, auch seien Vandalenakte absehbar, so Denzler.

Auch für Eva Gutmann (GLP, Zürich) stehen Aufwand und erwünschte Wirkung in einem Missverhältnis. Die allermeisten Herz-Kreislauf- Stillstände ereigneten sich zuhause; dort nützten die öffentlichen Defibrillatoren jedoch nichts, sagte sie.

Und Theresia Weber-Gachnang (SVP, Uetikon am See) gab zu bedenken, dass selbst hilfswillige Personen bei einem Ernstfall durch «Emotionen und Betroffenheit» gelähmt werden könnten.

(sda)