Videofahndung

15. März 2010 18:01; Akt: 15.03.2010 20:27 Print

Zürcher SVP greift zur Internet-SelbstjustizZürcher SVP greift zur Internet-Selbstjustiz

Weil die Polizei Videobilder eines dilettantischen Einbruchversuchs nicht zu Fahndungszwecken veröffentlichen will, stellt die SVP das Video kurzerhand selbst ins Netz.

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Der Schutz des Eigentums sei von derart eminenter Bedeutung, dass die Verfolgung und Bestrafung von Einbrechern keinen Aufschub ertrage, betonte die SVP am Montag in einer Fraktionserklärung im Zürcher Kantonsrat. «Unsere Gesetze stellen die Interessen von Straftätern über jene der rechtschaffenen Bevölkerung.»

Hintergrund der Vorwürfe sind Videoaufnahmen einer privaten Überwachungskamera. Diese zeigen, wie zwei mutmassliche Einbrecher mit Brecheisen etwas hilflos und ohne Erfolg versuchen, die Türe eines Goldschmieds in Langnau am Albis aufzubrechen. Die SVP kritisiert, dass die Polizei diese Bilder zur Fahnung nicht veröffentlichen will.

Nur bei schweren Verbrechen

«Wir benutzen diese Bilder selbstverständlich im Rahmen der Ermittlungen», sagte Marcel Strebel, Info-Chef der Zürcher Kantonspolizei, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Nicht verwendet würden sie aber für die Öffentlichkeitsfahndung. Dazu müssten verschiedene Kriterien erfüllt sein.

Gemäss Strafprozessordung sei der Einsatz von Internetfahndungen nur bei schweren Verbrechen möglich, «etwa bei Tötungsdelikten oder anderen Straftaten gegen Leib und Leben», so Strebel. Ausserdem könnte eine Veröffentlichung auch kontraproduktiv wirken, weil man die Täterschaft damit warne, sagte der Info-Chef weiter.

Hilfe für die Täter

Die Täter könnten etwa Beweismaterial wie die Kleidung verschwinden lassen. Ausserdem sei es wichtig, dass die Bilder von guter Qualität seien und Verwechslungen mit Dritten ausgeschlossen werden könnten, so Strebel.

Auch der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl, verwies gegenüber der SDA auf die Bestimmungen der Strafprozessordnung. Ein datenschutzrechtliches Hindernis für die polizeiliche Verwendung der Bilder gebe es im Kanton Zürich nicht. Wie dies in der Praxis gehandhabt werde, sei Sache der zuständigen Behörden.

SVP ist nicht gewillt zu warten

Die SVP ihrerseits betonte, sie sei nicht gewillt, «zu warten, bis sich der Justizdirektor und der Sicherheisdirektor dazu bequemten, Massnahmen in die Wege zu leiten». Allenfalls müssten schleunigst die Gesetze geändert werden.

(sda)

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  • Gaston am 16.03.2010 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle SVP Seite! da geht was

    aber man könnte die Seite doch sicher grafisch etwas schöner gestalten und zusätzlich auch z.B. die Möglichkeit bieten, Belohnungen auszusetzen - Man könnte dann via Kreditkarte auf das jeweilige Belohnungskonto eines oder mehrerer Fälle beliebige Beträge einzahlen. Ausserdem sollte man etwaige Beobachtungen direkt auf der Seite eingeben können. Links zu Facebook und Fedpol wären auch nicht schlecht...

  • Caio Gutzwiller am 16.03.2010 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    SVP ist kriminell

    Was die SVP hier macht ist sehr gefährlich wenn nicht schon fast kriminell. Sie übt Selbstjustiz. Wer auf dem Fussballplatz zurückfault bekommt sofort und subito die rote Karte. Das hat gute Gründe!! Der SCHIEDSRICHTER ist der Richter, nicht der Selbstjustizler. Falls die Einbrecher nicht gefasst werden können weil sie durch die SVP Aktion gewarnt wurden, dann ist die SVP Aktion schon fast Beihilfe zu einem kriminellen Akt!

  • Wa(h)re Demokratie am 16.03.2010 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe die NSVP

    Vielleicht könnte die National Sozialistische Volks Partei (NSVP) als nächsten Schritt die ... naja ... sagen wir mal nichttypischschweizerischen Geschäfte mit einem Buchstaben oder so markieren, damit man sich um diese nicht kümmern muss, wenn sie ausgeraubt oder geplündert werden. Schuubets eigentli no? Wo kommen wir denn eigentlich hin, wenn die SVP Demokratie, Recht und Ordnung schreit, aber selbst immer die Gesetze mit Füssen tritt? Haltet euch an die Gesetze oder ändert sie wenn ihr könnt. Aber hört mit den Extratouren auf