1. Mai

01. Mai 2009 12:53; Akt: 01.05.2009 13:37 Print

«Eure Krise zahlen wir nicht!»«Eure Krise zahlen wir nicht!»

Mit grosser Verspätung hat sich am Freitagmorgen der 1.-Mai-Umzug in der Stadt Zürich in Bewegung gesetzt. Zu grösseren Zwischenfällen kam es zunächst nicht. Rund 12 000 Demonstranten zogen lautstark durch die Innenstadt bis zum Bürkliplatz, wo die Schlusskundgebung stattfand.

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1.-Mai-Umzug in Zürich: «Eure Krise bezahlen wir nicht.»

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Kurz vor 11.00 Uhr startete die Demonstration bei der Zürcher Sihlpost mit 45 Minuten Verspätung. Laut Stadtpolizei Zürich nahmen rund 12 000 Demonstranten teil. Darunter befanden sich neben zahlreichen Gewerkschaftern auch ausländische Vertreter linker Parteien und Organisationen. Besonders auffällig waren dabei Unterstützer der Tamiltigers.

Im offiziellen Umzug waren laut Stadtpolizei auch rund 400 Personen, welche der linksautonomen Szene zuzuordnen seien. Stadt- und Kantonspolizei Zürich sind mit einem grösseren Aufgebot in der ganzen Innenstadt präsent.

Gegen Abzock-Manager

Thematisch richtete sich der von Musik untermalte Protestzug gegen Lohnexzesse von Managern und den Abbau von Arbeitsplätzen - oder in den Worten eines Demonstrationsteilnehmers: «Gegen die Krise, für Jobs und soziale Sicherheit.» Das offizielle Motto der Kundgebung lautete: «Eure Krise zahlen wir nicht!» Beim Vorbeizug des Tross' an der Uraniawache der Stadtpolizei Zürich wurde über Lautsprecher ein Stück eines Rappers verbreitet, in dessen Textzeile es unter anderem hiess: «Polizischte händ in Züri Ruhe, Polizischte händ in Züri nüüt z' tue.» Vereinzelt war die Detonation von Knallkörpern zu hören.

Gegen 12.30 Uhr erreichten die Demonstranten den Bürkliplatz, wo die Schlusskundgebung stattfand. Neben Reden der Grünen Berner Gemeinderätin Regula Rytz, des Stiller-Has-Künstlers Endo Anaconda und der argentinischen Philosophin Isabel Rauber sprach auch Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und SP-Nationalrat zum Volk.

Nicht im gleichen Boot

In seiner Rede rief Rechsteiner zum Widerstand gegen Liberalisierung und Sozialabbau auf. Zugleich geisselte er die Politik des Bundesrats und der bürgerlichen Parteien in der Wirtschaftskrise und verglich Bundespräsident Merz mit einem Ausläufer der UBS. Dabei sagte Rechsteiner: «Herr Merz, Herr Ospel, Herr Pelli: Wir sitzen nicht im gleichen Boot!»

Nach der Schlusskundgebung war am Freitag ab 16.00 Uhr auf dem Zürcher Kasernenareal ein Politprogramm geplant. Auf 20.00 Uhr wurde der Start zum 1.-Mai-Fest mit Konzerten festgesetzt.

(ap/meg)