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Zürichs kranke Horde
11. Februar 2010 22:00; Akt: 12.02.2010 13:38 Print
Prügel-Dates im Wald
von Marco Lüssi - Sie nennen sich Zürichs kranke Horde und wollen nur eines: den Adrenalinstoss beim Kampf Mann gegen Mann. Ein neues Buch berichtet über Zürichs Hooligans.
Am liebsten verabreden sie sich mit anderen Hooligan-Gruppen irgendwo an einem abgeschiedenen Ort, fernab von Fussballstadien, Unbeteiligten und der Polizei. Hooligans unter sich: Feld-Wald-Wiese heisst in ihrer Szene das Wort für solche Prügel-Dates, und so lautet auch der Titel des neuen Buches, das der WoZ-Journalist Daniel Ryser (31) über die Zürcher Hooligans geschrieben hat. Ihm haben sich zahlreiche Mitglieder der Gruppe anvertraut, die sich Zürichs kranke Horde nennt und sowohl aus GC- als auch aus FCZ-Anhängern besteht. «Was uns vereint, ist die Gewalt. Wir sind geil auf Action. Auf Adrenalin», sagt ein Mitglied.
WoZ-Journalist Daniel Ryser ...
... hat ein Buch über die Zürcher Hooligans geschrieben. (Bilder: echtzeit)
Richtigstellung des Autors Daniel Ryser: Sie schreiben in Ihrem Bericht, dass ich es bin, der schreibt und zum Schluss kommt, dass es die Ultras sind, die für Negativschlagzeilen sorgen. Das ist falsch. Ich zitiere Personen, etwa Stadtpolizist Christoph Vögeli, die das sagen. So wäre es richtig gewesen. Ich selbst behaupte gar nichts. Und diese Richtigstellung ist mir extrem wichtig. Ich habe nun über ein Jahr recherchiert, das Ziel war ein Bild zu zeichnen, weder zu kommentieren noch selbst zu einem Schluss zu kommen, weil eben alles sehr kompliziert ist und man nicht einfach zum Schluss kommen kann, die Ultras sind eben so, und die Hooligans so.
Vereinbarte Schlägereien gibt es laut Ryser immer wieder: Zürichs kranke Horde tritt gegen andere Hooligan-Gruppen aus Bern, Luzern, St. Gallen sowie dem Ausland an. Die einzige Regel: Wer am Boden liegt und aufgibt, wird nicht mehr geschlagen. Nur gegen die Basler soll es seit 2003 keine abgemachte Schlägerei mehr gegeben haben – weil diese wegen der starken gegenseitigen Abneigung nicht fair ablaufen würde.
Für Negativschlagzeilen hätten in den letzten Jahren jedoch nicht diese klassischen Hooligans gesorgt, schreibt Ryser, «sondern die Ultras, jene, die singen, Fahnen schwingen, Choreografien malen und Feuerwerk zünden»: Auf das Konto von FCZ-Ultras geht etwa die Entführung eines GC-Fans im November 2007, um die Rückgabe geklauter Fahnen zu erzwingen.

























