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Verurteilt
02. September 2010 12:39; Akt: 02.09.2010 12:59 Print
Kokser, Schläger und Verkehrssünder
von Attila Szenogrady - Ein junger Kosovare hat nicht nur seine Freundin und einen Passanten verprügelt, sondern auch diverse Verkehrsregeln verletzt. Nun muss er für ein halbes Jahr ins Gefängnis.
Der heute 24-jährige Angeklagte aus Regensdorf hinterliess am Mittwoch vor dem Bezirksgericht einen erstaunlich ehrlichen Eindruck. Der Kosovo-Albaner gab alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ohne Wenn und Aber zu. Er gestand, dass er am 24. August 2009 den Personenwagen seiner Mutter entwendete und ohne Führerausweis eine Strolchenfahrt nach Zürich unternahm. Wo er auf der Birmensdorferstrasse von hinten prompt in ein anderes Fahrzeug hinein prallte und sich danach sogleich vom Tatort absetzte.
Immer wieder rückfällig
Obwohl ihm die Polizei schon bald auf die Schliche kam, unternahm der Haschischraucher und Kokainkonsument in der Region Regensdorf etliche weitere verbotene Autofahrten. Vor allem im letzten Januar, als er an der Coop Tankstelle in Regensdorf gleich fünfmal den Tank füllte, ohne danach für den Treibstoff zu bezahlen. Am 16. März sass der Angeklagte erneut im entwendeten Wagen seiner Mutter. Er geriet in Regensdorf in eine Polizeikontrolle und wurde nicht nur mit Haschisch im Blut, sondern auch mit einer illegalen Schlagrute erwischt.
Auch Gewaltdelikte verübt
Die Anklageschrift listete auch mehrere Gewaltdelikte des mehrfach vorbestraften Eisenlegers auf. So hat er im vergangenen Herbst seine Freundin mehrfach geschlagen. Auch am Bahnhof Regensdorf, wo er sie an den Haaren riss und ihr zwei schallende Ohrfeigen verpasste. Schon zuvor hatte er in einem Wutanfall ihr Mobiltelefon mit voller Wucht auf die Strasse geworfen und damit vollständig zerstört.
In der Nacht auf den 1. Januar 2010 schlug er erneut beim Bahnhof Regensdorf zu: Diesmal versetzte er einem 34-jährigen Schweizer mit seinem rechten Unterarm einen Hieb gegen das Gesicht. So stark, dass der Geschädigte zu Boden fiel und sich diverse Prellungen zuzog. Der Passant soll ihn vorher mit einem rassistischen Spruch provoziert haben, rechtfertigte sich der Angeklagte vor Gericht.
Vom Knast zur Arbeit und zurück
Da der Regensdorfer ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte, stand nur noch die angemessene Strafe zur Debatte. Die Staatsanwaltschaft forderte 720 Stunden Fronarbeit sowie 4000 Franken Busse. Zum Unwillen des Angeklagten, der für sich lieber eine Geldstrafe wünschte. Der zuständige Einzelrichter klärte dann sogleich telefonisch mit der zuständigen Inkassostelle ab, wie es um die Zahlungsmoral des Wiederholungstäters stand. Sehr schlecht, wie herauskam. So seien mehrere Vorbussen bis heute nicht bezahlt, bestätigte eine Auskunftsperson. Weshalb für das Gericht nur noch eine Freiheitsstrafe in Frage kam.
Der Angeklagte erhielt für zahlreiche Verkehrsdelikte, Tätlichkeiten, Sachbeschädigung und Drogendelikten eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Zudem eine Busse von 4000 Franken. Er wurde verpflichtet, dem niedergeschlagenen Fussgänger einen Schadenersatz von 320 Franken sowie eine Genugtuung von 500 Franken zu entrichten.
In einem Punkt hatte der Beschuldigte dennoch Glück: Die Strafe kann er in Halbgefangenschaft verbüssen und wird deshalb seinen Job nicht verlieren.

























