15. März 2008 15:51; Akt: 15.03.2008 18:45 Print

Zürich: Steine gegen chinesisches KonsulatZürich: Steine gegen chinesisches Konsulat

Rund 2000 Menschen haben in Zürich gegen die Situation in Tibet protestiert. An der Kundgebung vor dem chinesischen Konsulat wollten die Exil-Tibeter ein Zeichen gegen Gewalt setzen - es kam aber auch zu kleineren Ausschreitungen.

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Verschiedene Redner forderten die Schweiz und das in der Schweiz ansässige Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer Reaktion auf die aktuellen Auseinandersetzungen im Tibet auf. Die Zustände dort seien alarmierend. Die chinesische Regierung müsse die Waffengewalt sofort einstellen.

Den Schweizer Bundesrat forderten die verschiedenen Redner auf, sich für die Freilassung der Gefangenen einzusetzen. Er solle ausserdem eine Delegation ins Tibet schicken, welche die Vorfälle dort überprüfen soll.

Appell an IOC

Das IOC wiederum müsse gegenüber China endlich darauf pochen, dass die eingeforderten Versprechen erfüllt und die Menschenrechte eingehalten würden. Im kommenden August sollen in der chinesischen Hauptstadt Peking die olympischen Sommerspiele stattfinden.

So forderte der Zürcher SP-Nationalrat Mario Fehr, Präsident der Parlamentarischen Gruppe für Tibet, das IOC müsse seine feige Zurückhaltung jetzt endlich aufgeben. Wenn es nicht endlich eine klare Position beziehe, werde es selbst und die olympische Idee alle Glaubwürdigkeit verlieren, sagte Fehr.

Die Kundgebungsteilnehmer gedachten mit einer Schweigeminute den Toten der Auseinandersetzungen im Tibet. Auf Fahnen, Transparenten und Kartonschildern forderten die Demonstrierenden «China raus aus Tibet», «Free Tibet» und «Aidez le Tibet». Mehrere Teilnehmer trugen Bilder von gefangenen Tibetern mit sich.

Zur Protest- und Solidaritätsaktion aufgerufen hatten verschiedene Organisationen wie etwa die Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und Liechtenstein oder die Gesellschaft Schweizerisch- Tibetische Freundschaft. Es nahmen viele Exil-Tibeter und - Tibeterinnen und auch viele Schweizer und Schweizerinnen an der Kundgebung teil.

Reizgas und Gummigeschosse

Brenzlig wurde es einzig, als einige Kundgebungsteilnehmer auf das chinesische Konsulat zustürmten und Steine auf das Gebäude warfen. Andere Teilnehmer und Polizisten hielten sie zurück. Die Polizei, die von lediglich 700 Demonstranten sprach, setzte dazu auch Reizgas und Gummigeschosse ein.

Rund zehn Minuten später kehrte aber wieder Ruhe ein und die Menschen sangen wieder tibetische Lieder. Während ein Teil der Anwesenden Slogans wie «China go home» skandierten, appellierten andere an die gewaltlose Tradition der Freiheitsbewegung. Sie riefen zur Besonnenheit auf.

(sda)