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19. Mai 2006 14:45; Akt: 19.05.2006 14:48 Print
Leichen im Lift: Für Bewohner von Sterbehaus ein Alptraum
Einige Bewohner im Sterbehaus von Dignitas in Zürich sind mit den Nerven völlig am Ende. In ihrem Lift fährt der Tod ständig mit – verpackt in einen Leichensack.
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Würden Sie eine Sterbehilfe-Wohnung in ihrem Haus dulden?
«Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich niemals hier eingezogen», klagt die 52-jährige Gloria Sonny. Wie auch einige andere Hausbewohner hat sie die diskrete Namenstafel «Dignitas» am Hauseingang nicht bemerkt, als sie sich für die Wohnung interessiert hatte. Was sich in der Liegenschaft an der Gertrudstrasse in Zürich-Wiedikon abspielt, ist für sie der blanke Horror.
Frau Ommerli (l.) und Frau Sonny graut vor den Leichen im Aufzug. (Bild: rom)
«Fast täglich werden Tote aus dem 4. Stock mit dem Lift nach unten gefahren, wo bereits der Leichenwagen wartet», erzählt sie. Weil der Lift für einen Sarg zu klein sei, würden die Verstorbenen in gräuliche Säcke verpackt und aufrecht stehend transportiert. Sonny: «Ich
bin mit den Nerven völlig am Ende.»
Viele Bewohner halten es im Sterbehaus nicht lange aus. So zum Beispiel auch Z.S. «Früher wurden die Särge noch durch das enge Treppenhaus transportiert, es war schrecklich», sagt sie. Nichtsahnend habe sie damals den Vertrag mit der Kündigungssperre von einem Jahr unterzeichet. «Ich hatte Panik, als ich ständig mit dem Tod konfrontiert wurde und den Menschen manchmal noch begegnete, bevor sie nach oben gingen», erzählt sie. Dignitas-Geschäftsführer Ludwig A. Minelli hat kein Verständnis für die Ängste der Mieter: «Zu Treppenhausgerüchten nehme ich keine Stellung», sagt er auf Anfrage.
Zusammen mit ihrer Nachbarin Priscilla Ommerli will sich Sonny nun wehren und sagt: «Wir sammeln Unterschriften im Haus und schicken eine Beschwerde an die Verwaltung.»
Alexandra Roder

























