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Wirtschaft
01. Dezember 2008 23:36; Akt: 02.12.2008 01:38 Print
«In Autisten steckt ein riesiges Potenzial»
von Nico Menzato - Einer Zürcher IT-Firma sind autistische Mitarbeiter lieber als so genannte Normale. Der Grund: Ihre besonderen Fähigkeiten qualifizieren sie besser für den Job.
In der Schweiz leben rund eine Million Personen mit einer Behinderung. Mit 64 Prozent nehmen sie weit weniger intensiv am Arbeitsmarkt teil als Nichtbehinderte.
Autisten arbeiten als Wirtschaftsinformatiker an Computern.
Informatikerin Susan Conza.
Die IT-Firma Asperger Informatik gibt dem Gegensteuer – aus durchaus eigennützigen Motiven: Sie sucht gezielt Autisten für ihre Stellen in der Softwareentwicklung und Programmierung. Autismus ist eine Entwicklungsstörung des Gehirns. Betroffene nehmen sich und die Welt anders wahr.
Geschäftsführerin ist selbst Autistin
Die Geschäftsführerin Susan Conza begründet ihre Vorliebe: «Autistische Menschen verfügen oft über ein hervorragendes analytisches Denken, Logik, Detailgenauigkeit, hohe Ausdauer und Ehrlichkeit. Das sind ideale Voraussetzungen für Berufe in der Informatik.» Sie hoffe, sagt die Wirtschaftsinformatikerin, die selbst Autistin ist, bald zehn behinderte Mitarbeiter beschäftigen zu können, um auch die IV zu entlasten. «In Autisten steckt ein riesiges Potenzial für die Wirtschaft.»
Experten sind derartigen Projekten gegenüber positiv eingestellt – warnen aber vor Gefahren. Behinderungen sollten nicht zu einem faktischen Berufszwang führen, sagt Mark Zumbühl von Pro Infirmis: «Kleinwüchsige werden heute glücklicherweise auch nicht mehr nur als Kaminfeger angestellt.»
Der Leiter des Zentrums für Wahrnehmungsstörungen in St.Gallen, Adrian Hofer, ergänzt: «Autisten haben Umstellungsschwierigkeiten. Es droht daher die Gefahr, dass sie für allzu monotone Arbeiten eingesetzt werden.»

























