30. Oktober 2007 15:18; Akt: 30.10.2007 16:20 Print

Stolpert Maurer über Schlüer?Stolpert Maurer über Schlüer?

Wenn Ueli Maurer in den Ständerat gewählt würde, dürfte Ulrich Schlüer auf den freiwerdenden Nationalratssitz nachrücken. Ein Umstand, der auch bürgerliche Wähler der grünen Verena Diener in die Arme treiben dürfte. Doris Fiala beteuert jedoch: Die FDP will Maurer im Ständerat.

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Ulrich Schlüer, SVP-Politiker und «Schweizerzeit»-Chefredaktor, hat an den Wahlen vom 21. Oktober seinen Sitz im Nationalrat verloren. Ein Umstand, der in Mitte-links-Kreisen für Erleichterung sorgte. Nun könnte es sein, dass sich viele zu früh über seine Abwahl gefreut haben: Sollte Ueli Maurer in den Ständerat gewählt werden, würde Schlüer im Nationalrat nachrücken.

Schlüer ist ein «Rotes Tuch»

«Ulrich Schlüer ist ein sehr pointierter Politiker, der am rechten Rand politisiert. Für Mitte-links-Parteien ist er ein Rotes Tuch», meint Politologe Andreas Ladner gegenüber 20minuten.ch. Es könne daher sehr gut sein, dass viele an der Urne für Verena Diener stimmen, um Schlüers erneuten Einzug in den Nationalrat zu verhindern.

«Das Rennen ist offen. Beide haben gute Aussichten auf einen Wahlerfolg», so Ladner weiter, «nun hängt alles davon ab, wie gut die Parteien ihre Wählerinnen und Wähler mobilisieren können.» Entscheidend ist unter anderem die Haltung der SP. Das «Opfer» Chantal Galladés, auf das Rennen um den zweiten Ständeratssitz zu verzichten, müsse sich lohnen, betont Ladner. Daher muss die SP alles daran setzen, ihre Wählerinnen und Wähler an die Urne zu bringen und die Wahl Maurers zu verhindern.

«Gutzwiller und Maurer ziehen am selben Strick»

Auch die FDP ist für den zweiten Wahlgang interessant: Gehen die Wählerinnen und Wähler der Partei nochmals an die Urne oder bleiben sie zu Hause, weil sie ihren Kandidaten Felix Gutzwiller bereits «ins Trockene» gebracht haben. Ist die Haltung innerhalb der Partei pro oder kontra Schlüer?

Doris Fiala, Präsidentin der FDP Kanton Zürich, wiegelt gegenüber 20minuten.ch ab: «Es mag sein, dass einige Parteimitglieder die Politik von Herrn Schlüer kritisieren. Er wäre aber nur einer unter vielen SVP-Nationalräten und nicht matchentscheidend.» Viel wichtiger für den Stand Zürich sei die Haltung des neuen Ständerates. «Herr Maurer zieht mit Felix Gutzwiller in vielen wichtigen Sachthemen am gleichen Strick», so Fiala, «ich hoffe, dass das für die bürgerlichen Wählerinnen und Wähler entscheidend ist.»

Tina Fassbind, 20minuten.ch