26. Oktober 2007 09:02; Akt: 26.10.2007 12:20 Print

Zürcher Ständerat: Keine gibt nachZürcher Ständerat: Keine gibt nach

Weder Chantal Galladé von der SP noch Verena Diener von den Grünliberalen verzichten auf ihre Ständeratskandidatur. Damit dürfte der Weg frei sein für den lachenden Dritten: Ueli Maurer von der SVP.

storybild

Weder Verena Diener (links) noch Chantal Galladé lenken ein. (Bild: Keystone)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die Zürcher alt Regierungsrätin Verena Diener tritt auch beim zweiten Wahlgang für den Ständerat an. Damit steigen am 25. November zwei Mitte-Links-Kandidatinnen ins Rennen und vergrössern Ueli Maurers Chancen auf einen Wahlsieg. Maurer hat unterdessen seinen Rücktritt als SVP-Präsident auf 2008 angekündigt.

Dieners Entscheid für eine erneute Kandidatur gab Parteipräsident Martin Bäumle heute an einer Pressekonferenz in Zürich bekannt. Ziel sei der Wahlsieg in einer Koalition der Grünliberalen, der EVP und der CVP des Kantons Zürich. Die Grünen haben Stimmfreigabe beschlossen.

«Es ist sicher nicht einfach, aber im Bereich des Möglichen», kommentierte Verena Diener die Situation auf «Radio 24». Analysen hätten gezeigt, dass sie aus allen Parteien stimmen mobilisieren konnte. «Die Ausgangslage wäre besser gewesen, wenn Chantal Galladé und die SP nicht im Alleingang vorgeprescht wäre. Aber ich habe auch in dieser Konstellation reelle Chancen auf eine Wahl. Meine Kandidatur ist breit abgestützt.»

Die Grünliberale Politikerin ist bereit für einen harten Wahlkampf: «Ich werde in den nächsten vier Wochen von morgens bist abends für Interviews, Podiumsdiskussionen oder Standaktionen zur Verfügung stehen. Ich will den Leuten zeigen, dass es mir ernst ist.» Sollte es mit der Wahl in den Ständerat nicht klappen, wird sie in den Nationalrat einziehen. «Die Partei hat mich inständig gebeten, diesen Nationalratssitz anzunehmen. Ich bin bereit, das Mandat anzunehmen.»

Ueli Maurer will sich auf Ständeratswahlkampf konzentrieren

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Weil sich das Mitte-Links-Lager nicht auf eine Kandidatin einigen konnte, steigen die Chancen auf einen Wahlsieg des SVP-Kandiaten Ueli Maurer massiv. Der SVP-Politiker gab deshalb heute Morgen an einer parallel stattfindenend Medienkonferenz bekannt, dass er als SVP-Parteipräsident auf Anfang nächstes Jahr zurücktreten werde.

Der 57-Jährige will den Fokus auf seine politische Karriere in Bern richten und sich voll auf den Ständeratswahlkampf konzentrieren. Maurer steht der Schweizerischen Volkspartei seit elf Jahren vor.

Erste Gespräche über mögliche Nachfolger für den Posten als Parteipräsident der SVP-Schweiz wurden laut Angaben von Ueli Maurer bereits geführt. «Die Partei wird erst nach den Ständeratswahlen und nach der Wintersession an die Nachfolge gehen. Bis Mitte 2008 sollte die Erneuerung abgeschlossen», fasste Maurer den Zeitplan in einem Interview auf «Radio 24» zusammen.

Ulrich Schlüer rückt nach

Sicher ist, dass Ulrich Schlüer auf den freiwerdenden SVP-Nationalratssitz nachrücken würde, sollte Ueli Maurer den Einzug ins Stöckli schaffen. Ulrich Schlüer wollte auf Anfrage von 20minuten.ch nicht zu diesem Thema äussern.

Chantal Galladé, die Kandidatin der SP, hat ihre Kandidatur für den 2. Wahlgang bereits vorgestern angekündigt. Die 34-Jährige kam am vergangenen Wochenende auf den dritten Platz.

Diener belegte mit rund 10 000 Stimmen weniger den vierten Platz. Die GLP argumentierte jedoch, dass die 58-Jährige das grössere Potenzial habe, um sich gegen Maurer zu behaupten. Diener sei von Grün bis FDP wählbar, hiess es weiter. Bereits gewählt ist Felix Gutzwiller von der FDP.

CVP und EVP unterstützen Diener

Sowohl CVP als auch EVP haben an ihren Delegiertenversammlungen diese Woche entschieden, Diener bei einer allfälligen Kandidatur zu unterstützen und nicht SP-Kandidatin Chantal Galladé.

sda, jcg, tif

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • Markus am 28.10.2007 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Mutlose (Verlierer) SP

    Gallade hat 10'000 Stimmen mehr gemacht als Diener und nun lässt die SP sie fallen. Das ist mutlos, eine typische Verliererhaltung. Diener hat keine Verdienste als RR des Kt. ZH geholt, Gallade wäre die Chance gewesen für die SP!

  • Anna Klee am 27.10.2007 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Konsterniert und enttäuscht

    Verena Diener leidet an einem zu grossen Ego und sie hätte sich zurückziehen müssen. Nun muss ich sie wählen, wenn ich Ueli Maurer verhindern will. Eigentlich wollte ich Chantal Galladé als neue frische Ständerätin. Neue Energien und Inpute wünschte ich mir: nicht eine selbstzufriedene Politikerin.

  • Knall am 26.10.2007 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Inhalte

    Solange das Thema eines Wahlkampfes nur heisst "die SVP verhindern", solange kann ich ohnehin die SP nicht ernstnehmen. Und.. nicht unbedingt der der am lautesten schreit hat auch recht Frau Gall ade