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Akrobatischer Häftling
06. September 2010 14:59; Akt: 06.09.2010 15:54 Print
Vor den Augen der Wärter geflohen
von Roman Hodel - Mit einem spektakulären Ausbruch aus dem Gefängnis Horgen hat ein 25-jähriger Albaner gestern Morgen mehrere Betreuer und Aufseher komplett überrascht.

Bei diesem Gefängnis in Horgen ist der 25-Jährige über die Mauer hinausgeklettert. (Bild: Amt für Justizvollzug)
Das kantonale Amt für Justizvollzug nahm heute Morgen erstmals Stellung zum Vorfall: «Der Ausbrecher verfügt über spezielle sportliche und akrobatische Fähigkeiten», sagte Sprecherin Rebecca de Silva.
Passiert war es am Sonntagmorgen um halb acht Uhr: Während die Aufseher und Betreuer wie üblich im Innern des Gebäudes warteten, begaben sich mehrere Häftlinge des Gefängnisses auf den morgendlichen Spaziergang im Hof – darunter auch der Ausbrecher. Plötzlich hangelte sich dieser mit Hilfe von Schnürsenkeln und Gürteln die Hausfassade hoch und wechselte von dort hinüber auf die rund sieben Meter hohen Aussenmauer. «Das ging blitzschnell», so de Silva. Via Überwachungskameras wurde die Flucht sofort bemerkt und Alarm auslöst.
Flucht führte über Nato-Stacheldraht
Wie und wo genau der Häftling sich hochziehen konnte, wollte die Sprecherin nicht sagen. «Wir möchten keine Anleitung für andere Häftlinge geben.» Klar sei aber, dass die Flucht nur dank der «aussergewöhnlichen Fähigkeiten des relativ kleinen, drahtigen Mannes» möglich gewesen sei. «Er musste auf dem Weg nach draussen einige Hindernisse, etwa den Nato-Stacheldraht auf der Mauer, überwinden.» Ob er allenfalls Komplizen gehabt habe, konnte de Silva nicht sagen.
Der Vorfall hat laut De Silva eine Lücke im Sicherheitssystem des Gefängnisses Horgen aufgezeigt. Als Sofortmassnahme darf der Spazierhof nicht mehr benutzt werden. Die täglichen Spaziergänge werden in einem zweiten, sichereren Hof durchgeführt. «Mittelfristig sind im betroffenen Spazierhof kleinere bauliche Massnahmen vorgesehen, damit ein solcher Ausbruch nicht mehr passieren kann», sagt de Silva.
Trotz sofort eingeleiteter Fahndung fehlt vom 25-jährigen Ausbrecher nach wie vor jede Spur. Laut De Silva sass der Mann seit Ende August in Haft. Er war wegen rechtswidriger Einreise in die Schweiz zu 90 Tagen Gefängnis verurteilt worden. «Er galt als sehr unauffälliger Häftling, war nie negativ aufgefallen», so de Silva. Mitte November wäre er entlassen worden.

























