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Revolte am Traditionsanlass
14. April 2009 17:01; Akt: 17.04.2009 08:26 Print
Merz: Teilnahme am Sechseläuten nicht sicher
von Joel Bedetti - Zürcher Revolutionäre rufen dazu auf, das diesjährige Sechseläuten zu stören. Ehrengast Hans-Rudolf Merz weiss noch nicht, ob er teilnimmt. Der «Böögg» jedoch ist in Sicherheit.
«Das Sechseläuten ist erst nächsten Montag, und bis dahin kann noch viel passieren», sagt Roland Meier, Sprecher von Hans-Rudolf Merz. Meier will deshalb keine Auskunft über die Teilnahme des Bundespräsidenten geben. Merz ist als Ehrengast der Zunft Wiedikon an den Zürcher Traditionsanlass geladen.
Garantie für die Sicherheit: Schlussakt beim Sechseläuten (Bild: Keystone/Eddy Risch)
Zürcher Traditionsumzug
Das Sechseläuten wird alljährlich von den Zürcher Zünften durchgeführt und symbolisiert den Abschied vom Winter. Nach einem Umzug, an dem sich die Zünfter in historische Kostüme hüllen, wird auf der Sechseläuten-Wiese nahe dem Bellevue der Böög auf einen Scheiterhaufen gesteckt. Der Böög ist eine schneemannsähnliche Puppe, jedoch mit Sprengkörpern gefüllt. Der Scheiterhaufen wird angezündet. Wenn der Böög brennt und explodiert, ist der Winter vertrieben. Je kürzer das dauert, desto schöner soll der Sommer werden.
Auch über allfälligen zusätzlichen Personenschutz für Merz, der dieses Jahr als Bundespräsident amtet, will sich Roland Meier nicht äussern. Die Stadtpolizei Zürich hingegen macht sich keine Sorgen. Sprecherin Judith Hödel sagt: «Wir garantieren für die Sicherheit der Teilnehmer, wir sind gerüstet.»
Gästeliste voller «Banditen»
Das Revolutionäre Bündnis der Region Zürich hat im Internet dazu aufgerufen, einige der Ehrengäste am diesjährigen Sechseläutenumzug «von ihrem hohen Ross» zu holen. «Wir wollen nicht zulassen, dass diese Banditen sich auf der Strasse präsentieren können», heisst es in dem Aufruf. Die Gästeliste lasse einen «schaudern»: Neben Merz haben die Zürcher Zünfte auch Christoph Blocher, Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel und den Economiesuisse-Präsidenten Gerold Bührer eingeladen.
«Der Böögg wird nicht geklaut»
Die Zünfter selbst geben sich gegenüber den Drohungen des revolutionären Bündnisses gelassen: «Mir ist nicht bekannt, dass Zürcher Zünfter beunruhigt sind, sich am nächsten Montag am Umzug den Zuschauern zu präsentieren», sagt Andreas Weidmann, Sprecher des Zentralkomitees der Zürcher Zünfte.
In der Vergangenheit sei oft gedroht worden, gerade während der Unruhen von 1968. Passiert sei aber noch nie etwas - ausser dem Diebstahl des Bööggs vor drei Jahren. Um den macht sich Weidmann für dieses Jahr keine Sorgen: «Der Böögg ist an einem sicheren Ort. Der wird nicht geklaut.»


























