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Oberglatt ZH
28. Januar 2010 07:59; Akt: 27.01.2010 18:04 Print
Prügelnder Schwarzfahrer: Prozess geplatzt
von Attila Szenogrady - Laut Anklage hat ein Schwarzfahrer aus Oberglatt bei einer Billettkontrolle einen uniformierten Zugbegleiter geschlagen. Ein erster Anlauf zu einem Strafprozess ist am Mittwoch allerdings geplatzt.
Der Strafprozess war am Mittwoch für 15.30 Uhr angesetzt. Mit einem 23-jährigen Hilfsarbeiter aus Oberglatt sollte sich ein Schwarzfahrer wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Laut Anklage fuhr der aus Albanien stammende Schweizer in der Nacht auf den 26. März 2009 mit der S-Bahn der Linie 7 vom Bahnhof Hardbrücke in Richtung Winterthur.
Billettkontrolle mit massiven Folgen
Kurz nach Mitternacht tauchte ein uniformierter Zugbegleiter auf und unterzog den späteren Angeklagten einer Billettkontrolle. Als der Passagier nichts vorweisen konnte, verlangte der SBB-Beamte einen Ausweis. Ohne Erfolg, da sich der Fahrgast weigerte, seine Personalien bekannt zu geben. Dabei wurde die Stimmung immer gehässiger. Schliesslich erklärte sich der erwischte Schwarzfahrer bereit, wenigstens ein Personalienblatt auszufällen. Als er sich aber dagegen sperrte, seine Telefonnummer bekannt zu geben, eskalierte die Situation. Wobei der Beschuldigte den Kontrolleur nicht nur massiv beschimpfte, sondern auch wuchtig mit der Faust gegen die Brust schlug.
Glücklicherweise konnten danach weitere Zugbegleiter die Situation wieder beruhigen. Gegen den Angreifer wurde ein Strafverfahren eingeleitet.
Prozess geplatzt
Der zuständige Staatsanwalt verlangte für den mutmasslichen und mehrfach vorbestraften Schläger eine unbedingte Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 60 Franken.
Allerdings wird daraus vorläufig nichts. So ist der Prozess vom Mittwoch unerwartet geplatzt. Der zuständige Einzelrichter Franz Häcki teilte mit, dass der nicht geständige Angeklagte kurzfristig nicht erschienen sei und dem Gericht ein ärztliches Zeugnis zugestellt habe. Man werde dem nachgehen, erklärte dazu Häcki und wollte zunächst einen neutralen Beobachter der Billettkontrolle als Zeugen einvernehmen. Doch auch dies klappte nicht, da die wichtige Auskunftsperson kürzlich ins Spital eingeliefert werden musste. Häcki versicherte aber, dass man die Parteien sobald als möglich wieder aufbieten werde.

























