09. April 2008 13:25; Akt: 09.04.2008 14:43 Print

Zimmer gegen SexZimmer gegen Sex

von Marius Egger - Die anhaltende Wohnungsnot und die ewige Suche nach Erotik treiben in Zürich seltsame gemeinsame Blüten. Ein einsamer, aber findiger Vermieter sucht eine Mitbewohnerin. Die Höhe der Miete? Verhandelbar, je nach Offenheit und sexueller Bereitschaft.

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Unmoralisches Angebot: Zimmer gegen Erotik. Die Anzeige als PDF im Original-Text.

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Allein der Titel der Anzeige auf der Immobilien-Webseite von Kijiji ist eindeutig: «WG für Frau in schöner Wohnung, Terrasse, Garten gegen Erotik.» Und als Untertitel: «Preis: Bestes Angebot». Was es mit dem besten Angebot für die Wohnung «in der Nähe von Zürich» auf sich hat, beschreibt der Verfasser der Anzeige dann sehr detailliert.

«Keine Miete, wenn wir sehr regelmässig miteinander schlafen»

1. Miete von 400 CHF, dafür darf ich Dich ab und zu nackt sehen.
2. 300 CHF, dafür darf ich Dich regelmässig nackt sehen und auch mal berühren, wenn ich mag, also auch die intimsten Bereiche.
3. 200 CHF, wenn ich Dich zusätzlich auch regelmässig verwöhnen darf, Dich also "fingern" und "lecken" darf, wenn ich Lust drauf habe.
4. 100 CHF, wenn wir ab und zu auch miteinander schlafen.
5. Du zahlst KEINE MIETE, wenn wir sehr regelmässig miteinander schlafen und/oder intim werden. Mindestens zweimal pro Woche, eher mehr oder nach Lust und Laune natürlich.

«Ich bin halt solo»

20minuten.ch wollte wissen, ob es sich um ein ernsthaftes Angebot handelt und hat mit dem Verfasser E-Mail-Kontakt aufgenommen. Erst mal anonym und als Interessentin des 400-Franken-Angebots. Die Antwort kam postwendend. Der 32-jährige Deutsche versicherte, dass das Angebot «schon ernst» sei. Er sei halt solo und für alles offen. Es hätten sich auch schon «ein paar Frauen gemeldet» auf seine Anzeige. In Frage komme aber keine der bisherigen Interessentinnen.

Von den Vorzügen seines Angebots scheint der Verfasser fest überzeugt: «Es haben ja im Normalfall beide Seiten was davon, denke ich mal (sei es auf Grund der intimen Vorteile oder auch der finanziellen)».

Wie gross die Vorteile für die Frauen sind, die sich «fingern» lassen sollten, «wenn ich Lust drauf habe», wie der Vermieter es im Inserat fordert, bleibt sein Geheimnis.

Ungültiges Koppelungsgeschäft

Die Scham des Reporters verbietet es, auf die «intimen Vorteile» näher einzugehen. Als der Inserent mit den journalistischen Tatsachen konfrontiert und um ein Gespräch gebeten wird, kommt noch ein letztes Mail.

«Sorry, mit Journalisten, die auf unseriöse Weise an "Geschichten" kommen wollen, kann ich nicht viel anfangen.»

Nicht viel anfangen konnte auch der Mieterverband Zürich mit dem Inserat. Das sei jetzt schon «sehr, sehr, sehr, sehr speziell», sagte Walter Angst gegenüber 20minuten.ch ungläubig. Laut Angst fällt ein solches Angebot unter das «Koppelungsgeschäft», das gemäss OR Artikel 254 verboten sei. Will heissen: Wer das Zimmer will, kann einziehen, ohne die geforderten «Leistungen» erbringen zu müssen. Fragt sich nur, wer Lust dazu hat.

Einen Tag, nachdem sich 20minuten.ch zu erkennen gegeben hatte, schaltete derselbe Verfasser jedenfalls ein neues Inserat mit eindeutigem Inhalt. Die neuerliche Suche auf Kijiji nach «Zimmer gegen Sex» dauerte allerdings nicht lange. Das zweite Inserat ist «nicht länger verfügbar». Die erste kann hier nachgelesen werden.


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  • Lady am 14.11.2009 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich....

    ich verstehe nicht wo in dieser Anzeige das Problem steckt.?Ist es doch wie Beschrieben ein eindeutig, Unmoralisches Angebot,welches es sich zu überlegen lohnt wenn es Beiden gefällt. Zumal,ehrlicher kann ein Mensch doch garnicht sein wenn er genau das was er denkt und fühlt hinausschreit. Ich kann dazu nur sagen;lieber ehrlich als wie es die meisten männlichen Wesen(kann nur von diesen zetieren)treiben, verlogen,auftrumpfend,in einer Scheinwelt lebend,sich als sonst wer verkaufen um ja rechtzeitig zu fliehen wenn ihr Kartenhaus zusammenbricht oder aber sofort wieder ins Dunkle tauchen....

  • HorstL am 12.04.2008 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    muss ja nicht angenommen werden...

    Kann doch jede Frau entscheiden ob sie das annimmt - geht ja nur um die Frauen, die JA sagen. Und die wird es geben, davon bin ich überzeugt. Was heisst ausnutzen einer Notlage? Ob sie erst auf den Strich geht und dann davon die Miete bezahlt, oder direkt dieses Angebot annimmt - ist doch egal, oder

  • Kassandra am 11.04.2008 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    nene

    ja klar hat eine Frau vielleicht mal Lust auf Sex mit ihrem mitbewohner. Aber welche Frau lässt sich gerne lecken oder befummeln wenn sie einen scheiss Tag hatte oder einfach keine Lust hat und dann einfach hinhalten soll, weil sie ja immer muss wenn er drauf Bock hat. Geht ja wohl gar nicht!