12. Dezember 2007 23:31; Akt: 12.12.2007 22:47 Print

Internet-Attacken auf NachbarnInternet-Attacken auf Nachbarn

Viele Zürcher werden von ihren eigenen Nachbarn im Internet an den Pranger gestellt und massiv beleidigt.

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«Achtung Gefahr – nicht mehr als auf 100 Meter nähern», wird vor einem Haus an der Kanzleistrasse in Zürich gewarnt. Eine der noch harmloseren Beleidigungen auf der Internetseite Rottenneighbor.com, auf der über die eigenen Nachbarn gelästert werden kann. Seit dem gestrigen Bericht in 20 Minuten haben die Einträge in Zürich um das Zehnfache zugenommen.

Mit «Die Polizei ist hier Stammgast», «Scheiss Unterhosenzwerg» oder gar antisemitischen Äusserungen werden Zürcher an den Pranger gestellt.
«Wenn die Opfer dieser Beleidigungen Anzeige erstatten und der betreffende Eintrag das Antirassismus-Gesetz verletzt, gibt es ein Strafverfahren», sagt Polizeisprecher Marco Cortesi. Die Urheber dieser Einträge ausfindig zu machen, ist jedoch ein «langwieriges Prozedere», wie Internetexperte Guido Rudolphi sagt. «Dafür muss man technisch sehr bewandert sein.»

Nicht nur Privatpersonen, auch Liegenschaftsverwaltungen werden im Web beleidigt. «Die Verwaltung (Serimo) dieser Siedlung ist nicht mehr sehr wählerisch bei neuen Mietern», schreibt der «Nachbar» eines Hauses an der Flüelastrasse. «Wir sind so wählerisch, wie das Gesetz erlaubt», sagt William Kleiber von der Serimo Immobiliendienste AG Zürich, «wenn jemand ein Problem mit uns hat, soll er uns das persönlich sagen.»

Yvonne Eisenring