Wut auf Dirigent

06. Oktober 2010 22:59; Akt: 06.10.2010 22:34 Print

Buhrufe im OpernhausBuhrufe im Opernhaus

von David Torcasso - Weil er seine Hauptdarstellerin in der Oper «Tristan und Isolde» ersetzt hatte, wurde der Dirigent vom Opernhaus-Publikum ausgepfiffen.

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Buhrufe gegen Bernard Haitink – weil er Waltraud Meier (hier bei einem Auftritt in Salzburg) auswechselte. (Bild: epa)

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Ungewohnte Szenen am Dienstag im altehrwürdigen Opernhaus: Zu Beginn der Wiederaufnahme der Wagner-Oper «Tristan und Isolde» wurde der weltbekannte Dirigent Bernard Haitink von einigen Zuschauern lauthals ausgebuht. «Das habe ich im Opernhaus so noch nie erlebt», berichtet ein Besucher.

Wie kam es zu diesem unerhörten Vorfall? Am Tag zuvor hatte das Opernhaus informiert, wegen der «Unvereinbarkeit der musikalischen Standpunkte» zwischen Isolde-Darstellerin ­Waltraud Meier und Bernard Haitink übertrage das Opernhaus die Rolle der Isolde an Barbara Schneider-Hofstetter.

«Haitink und Meier sind zwei Ausnahmekünstler und starke Persönlichkeiten, die ihre Meinungen klar vertreten. Sie haben bei diesem Projekt nicht zusammengefunden», erklärt Joachim Arnold, Marketingchef des Opernhauses, die Massnahme.

Dass ein Ensemble geändert werde, passiere aber auch in anderen Opernhäusern. Arnold, der die Oper gestern selbst verfolgte, ist überrascht von den Buhrufen: «Das Zürcher Publikum ist sehr distinguiert», so Arnold. «Vermutlich waren einige Fans von Waltraud Meier einfach sauer, dass sie nicht auf der Bühne stand.» Das Gros des Publikums habe aber begeistert applaudiert, betont Arnold.

Haitink selbst hätten die Buhrufe kaltgelassen: «Er hat mit seinen 80 Jahren genug Erfahrung und lässt sich nicht so rasch aus dem Konzept bringen.»

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  • Franz am 08.10.2010 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher Opernhaus

    Wenn ich das Bild der Sängerin sehe, kann man klar ihre Verzweiflung und ihr Leiden erkennen. Und das soll Oper sein?

  • wekunz am 07.10.2010 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Buhh Rufe waren schon ok

    die Aufführung war auch todlangweilig und die Sängerin der Isolde überfordert

  • giannienne am 07.10.2010 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    gerechtfertigt

    Das Frau Meier nicht für Herrn Haitink singen wollte ist mir am Dienstag abend klar geworden. Ohne Rücksicht auf Nuancen von Handlung und Musik und ohne Rücksicht auf die Sänger hat durchdirigiert. Die Musik war zu laut, Herr Seiffert musste dadurch hörbar seien Stimme überstrapazieren und von Isoldes Liebestot war gesanglich fast nichts mehr zu hören. Die ganze Geschichte wirft kein gutes Bild aufs Opernhaus und es ist vor allem respektlos gegenüber dem Publikum, einen Tag vor der Aufführung eine Spitzensängerin auszutauschen.