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Todesdrohungen
10. Dezember 2009 22:45; Akt: 10.12.2009 22:26 Print
Deutsche haben Angst vor Zürchern
von Roman Hodel - Der Hass gegen die Deutschen wird immer heftiger: In Zürich haben einige sogar Briefe mit Todesdrohungen erhalten.
«Die Kugel für dich ist schon bereit, du dreckige Deutsche!», heisst es in einem persönlich adressierten Schreiben, das eine in Zürich wohnhafte Deutsche in ihrem Briefkasten vorfand. Und weiter: «Ich jage dir eine Kugel in den Rücken, wenn du die Schweiz nicht bis in vier Monaten verlassen hast.» Illustriert ist der Brief mit einer Gewehrpatrone. «Ich fürchte mich und fühle mich sehr bedroht», sagte die Empfängerin, die seit 30 Jahren in der Schweiz lebt, gegenüber der SF-Sendung «Reporter». Sie hat deshalb Anzeige erstattet. Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi bestätigt gegenüber 20 Minuten den Fall und sagt: «Uns sind vier weitere Fälle mit demselben Schreiben bekannt.» Zudem gebe es sicher eine Dunkelziffer. «Bis heute konnten wir die Urheber nicht ermitteln.»
Deutsche werden bedroht. (Bild: SF)
71 100 Deutsche leben im Kanton Zürich
Die Zahl der Deutschen im Kanton Zürich wächst rasant: Letzten August waren es 71 100 bei total 1,34 Mio. Einwohnern. Davon wohnen rund 25 000 in der Stadt Zürich. Alleine 2008 zogen netto 10 618 Deutsche neu in den Kanton Zürich – dabei sind die Wegzüge berücksichtigt. Im Jahr 2007 wuchs die Anzahl Deutscher netto um 9 931 Personen und 2006 waren es immerhin 3 982 gewesen. Zum Vergleich: Noch im Jahr 2000 lebten erst 30 168 deutsche Staatsangehörige im Kanton Zürich.
Immer wieder werden Deutsche bedroht oder ihre Autos beschädigt. Cortesi sagt: «Wir führen keine detaillierte Statistik, doch leider haben solche Delikte in den letzten zwei Jahren zugenommen.» Dies stellt auch Christof Meier, Leiter der Integrationsförderung der Stadt Zürich, fest: «Wir nehmen die Situation ernst, sie ist jedoch nicht beunruhigend.» Gemäss eigenen Erhebungen lebe ein «sehr grosser Teil» der Deutschen gerne hier und fühle sich wohl. «Anfeindungen gegenüber Fremden sind leider Teil des Alltags, früher waren es die Italiener, dann die Tamilen und heute Deutsche und Muslime.»


























