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Pfäffikon ZH
18. November 2009 23:22; Akt: 19.11.2009 09:16 Print
Dignitas gewährt Einblick in Sterbezimmer
von Regina Ryser - Der britischen Zeitung «Guardian» gewährte Ludwig A. Minelli exklusiv einen Einblick in ein Dignitas-Sterbezimmer in Pfäffikon. Zudem beleidigt er die Juden massiv.

Sterbezimmer in der Dignitas-Liegenschaft im Pfäffiker Industriegebiet. (David Levene/Guardian News & Media Ltd. 2009)
Ein Bett, ein weisses Sofa, ein CD-Player – so sieht ein Sterbezimmer in der Dignitas-Liegenschaft in Pfäffikon aus. Der britischen Zeitung «Guardian» gewährte Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli einen Blick ins seit Juli genutzte Haus. Zugleich beschwert er sich im «Guardian» darüber, dass die Schweizer Regierung den Umgang seiner Sterbehilfeorganisation mit Sterbewilligen aus dem Ausland reguliert: «Im Zweiten Weltkrieg haben wir an der Grenze Juden abgewiesen, die später im KZ gestorben sind. Jetzt zwingen wir Menschen, die ihr Leben in der Schweiz beenden möchten, weiterzuleben», sagt Minelli und fügt hinzu: «Was ist grausamer?»
Ludwig A. Minelli. (Keystone)
Das sagt der Dignitas-Boss
«Wir sollten Suizid als grossartige Möglichkeit für jene betrachten, die sich in einer ausweglosen Situation befinden.»
«Im 2. Weltkrieg ha- ben wir an der Grenze Juden abgewiesen, die später in KZs gestorben sind. Jetzt zwingen wir Menschen, die ihr Leben in der Schweiz beenden möchten, weiterzuleben. Was ist grausamer?»
«Sich aufzuhängen ist sehr riskant – wird man zu früh gefunden, lebt man als Idiot weiter, weil die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wurde.»
«Nach einem guten Leben will man auch einen schönen Tod – ohne Schmerzen.»
Über diese Äusserung kann Jonathan Kreutner, Generalsekretär vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund, nur den Kopf schütteln: «Es ist bedenklich, dass solcherlei Vergleiche mit dem Holocaust immer wieder vorkommen. Das ist geradezu grotesk.» Minelli rechtfertigt seine Aussage damit, dass die Zahl misslungener Suizidversuche sinke, wenn man verzweifelten Menschen helfen dürfe, sie in den Tod zu begleiten. Dem «Guardian» verrät er auch gleich drei sichere Methoden für den Suizid.
In Pfäffikon stösst Dignitas mittlerweile auf Akzeptanz. Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma: «Die Zusammenarbeit ist problemlos, in der Bevölkerung ist es ruhig.» Für 20 Minuten war Minelli gestern nicht zu sprechen.

























