Gestreckte Droge

19. Juni 2009 17:27; Akt: 19.06.2009 17:27 Print

Ecstasy-Konsum: Kopfweh wegen Chinesen?Ecstasy-Konsum: Kopfweh wegen Chinesen?

Die Qualität von Ecstasy hat sich in Zürich deutlich verschlechtert. Die Pillen werden immer öfter mit Zusatzstoffen gestreckt und verursachen Kopfschmerzen und Übelkeit. Sind die Chinesen schuld?

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Erst der Rausch, dann Kopfweh und Übelkeit: Seit rund einem Jahr sorgen in der Zürcher Partyszene gestreckte Ecstasy-Pillen für den Kater nach dem Trip. «Im Verlauf des letzten Jahres haben wir immer häufiger Meldungen von Übelkeit und starken Kopfschmerzen als Folge des Ecstasy-Konsums bekommen», sagt Donald Ganci, Leiter der Jungendberatungsstelle «Streetwork» in der «Aargauer Zeitung». Seit 2001 führt Streetwork unter dem Label Saferparty Drogenanalysen durch. Eine Erkenntnis: «Die Ecstasy-Pillen auf dem Schweizer Markt zeichneten sich jahrelang durch einen hohen Reinheitsgehalt aus. Heute zeigen unsere Tests deutlich, dass die Pillen kaum noch MDMA enthalten.» Die Tabletten werden stattdessen mit Substanzen «gestreckt», die der Konsument nicht kennt und über deren Nebenwirkungen und Langzeitfolgen wenig bekannt ist, so Ganci.

MDMA-Markt eingebrochen

MDMA ist der Wirkstoff in den Ecstasy-Tabletten und macht die Personen euphorisch. Auch die Kantonspolizei Zürich weiss um den Trend der gestreckten Pillen. So habe man in den Niederlanden, von wo die meisten Ecstasy-Pillen in die Schweiz gelangen, einen starken Rückgang von MDMA festgestellt. Die Ursache sieht die Polizei in der zunehmenden Überwachung der chemischen Grundstoffe, die für die Produktion von Ecstasy-Pillen notwendig sind. Die Produzenten verwenden darum andere Substanzen, deren Risiken und Wirkung nicht bekannt sind.

Einen weiteren Grund sehen Drogenhändler offenbar in China. Die Grundstoffe zur Herstellung der Pillen habe man lange Zeit günstig und einfach aus China beziehen können. «Wegen der Olympischen Spiele hat das Land aber den Kampf gegen Doping verschärft», sagte ein Dealer gegenüber 20 Minuten Online. Das habe zu einer strengeren Überwachung der Produktion von Grundchemikalien geführt. Der Nachschub für die Ecstasy-Labore in Europa sei deshalb zusammengebrochen.


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(ann)