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29. August 2011 22:49; Akt: 30.08.2011 16:39 Print

Exoten bedrohen Zürcher GewässerExoten bedrohen Zürcher Gewässer

von Regina Ryser - Immer mehr exotische Pflanzen und Tiere nisten sich in oder an Zürcher Gewässern ein. Neueste Zugänge sind die Schwebegarnele sowie die Körbchenmuschel.

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Einst in Ostasien zuhause, heute auch in Zürcher Gewässern: Die Süsswasserqualle hat die Grenzen des Kontinets verlassen und sich auch in heimischen Seen breit gemacht. Das auch Süsswasssermeduse genannte Tier hat den höchsten bei Tieren festgestellten Wassergehalt mit sagenhaften 99,3 Prozent. Darüber hinaus ist die Qualle unspektakulär: Sie ernährt sich von hauptsächlin von Kleinkrebsen und Einzellern, eine Gefahr für den Menschen sind sie nicht. Früher war die Bisamratte ausschliesslich in Nordamerika beheimatet. Von Deutschland aus breitete sich dann aber über ganz Europa und Asien aus. Die Bisamratte ist keine Rattenart, sie gehört zu den Wühlmäusen. Die Wandermuschel kann eine Länge von 26 bis 44 Millimeter und eine Breite von 17 bis 22 Millimeter erreichen. Vor 11 Millionen Jahren war sie in Europa bereits präsent, bis zum 18. Jahrhundert nahm die Population aber stetig ab. Durch den Schiffsverkehr wanderte die Muschel danach wieder bei uns ein. Die Wandermuschel ist die erste Art, die sich im Kanton Zürich massiv verbreitete. Der Japanische Staudenknöterich gilt in Europa und Nordamerika als eine problematische und invasive Pflanze. Er stammt ursprünglich aus Ostasien. Im 19. Jahrhundert wurde er eingeführt in Europa. Er ist äusserst robust und wächst schnell und kräftig. Der Goldfisch gilt als das älteste bekannte Haustier. Vor rund 1000 Jahren wurde er in Ostchina gezüchtet. Goldfische werden immer wieder vereinzelt bei uns ausgesetzt. Die Schwebegarnele gibt es erst seit kurzem im Zürichsee. Der Höckerflohkrebs wurde 1994 in die Schweiz eingeschleppt. Dies vermutlich mit Schiffen nach der Fertigstellung des Rhein-Main-Donau-Kanals. Körbchenmuschel gibt es in anderen Schweizer Seen bereits. Sie vermehrt sich sehr stark. Die Rostgans gehört nicht zu den einheimischen Arten. Sie ist sehr konkurrenzstark. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist sehr gefrässig. Sie kommt ursprünglich aus aus Nordamerika . Die Schildkröte verbringt die meiste Zeit ihres Lebens im Süsswasser. Der Signalkrebs kommt ebenfalls aus Nordamerika und ist grösser, stärker und aggressiver als unser einheimischer Dohlenkrebs. Der Eindringling beansprucht den Lebensraum des Dohlenkrebses und frisst ihm alles weg. Die Sonnenbarsche sind eine Familie der Barschartigen. Sie umfasst ungefähr 30 Arten. Sie halten sich oft im Uferbereich auf. Der Wels stammt aus Ostasien. Er wurde unter anderem in den Schweizer Flüssen ausgesetzt. Vor ein paar Jahren sorgte der Fisch für Schlagzeilen, weil es zu Attacken auf Badegäste kam.

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Nebst der Würfelnatter (20 Minuten berichtete) fühlen sich in Zürchern Gewässern auch viele andere Exoten wohl: «Wir entdecken laufend neue ausländische Arten – das bereitet uns Sorge», sagt Patrick Steinmann, Gewässerbiologe beim Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft. An einigen Stellen in den Zürcher Flüssen und Seen stammen über 90 Prozent der Kleinlebewesen aus dem Ausland. Neuster Zugang ist die asiatische Körbchenmuschel sowie die kaspische Schwebegarnele. «Sie können sich schnell vermehren und so andere Tiere oder Pflanzen vertreiben.»

Viele der neuen Arten stammen aus Asien oder Amerika – aber wie gelangen sie in den Zürichsee? «Das kommt vor, wenn Boote oder Schiffe von einem Gewässer in ein anderes gelangen, ohne vorher sauber gereinigt worden zu sein», erklärt Steinmann. «Viele Leute setzen Tiere aus, die sie nicht mehr wollen – sind sie einmal im Wasser, bringen wir sie nicht mehr weg», sagt Andreas Hertig, Fischereiadjunkt des Kantons Zürich. So gelangten Süsswasserquallen, Sonnenbarsche, Welse, Signalkrebse, Höckerflohkrebse, Rotwangen-Schmuckschildkröten sowie Bisamratten in den letzten Jahren ins Zürcher Wasser. «Glück­licherweise wurde noch nichts ausgesetzt, was für den Menschen gefährlich ist», so Hertig. Allerdings wurde vor zwanzig Jahren ein Krokodil im Zürichsee entdeckt – das einen Meter lange Tier war aber bereits tot.

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  • Herbert Simmen am 30.08.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Zu Land, zu Wasser und in der Luft

    Auch an Land bedrohen Exoten die Fauna.

  • Schlange am 30.08.2011 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Würfelnatter

    "Die Würfelnatter und andere Exoten"? Aber bitte. Die Würfelnatter ist doch kein Exot. Sie ist in Europa heimisch, kommt aber vor allem in der Südschweiz vor.

  • Theo am 30.08.2011 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Evolution

    Der Einwanderung anderer Tierarten und dem darauffolgenden verdrängen sagt man normalerweise Evolution. Aber der Mensch will einfach alles im Status Quo belassen, da er es besser weiss...

    • Berit Schrickel am 30.08.2011 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Fremdwörter...

      sind nicht Ihre Stärke, was? Der von Ihnen beschriebene Vorgang wird als Migration bezeichnet und hat nichts mit Evolution, aber viel mit Darwin's Theorie "Survival of the fittest" zu tun. In der heutigen Zeit kommt es bei Einführung neuer Arten in erster Linie zum Rückgang der Artenvielfalt, die sich dank tatsächlicher Evolution nach langer Zeit (und Rückschlägen) hatte bilden können. Es gilt, diese Artenvielfalt zu erhalten, nicht den Status quo.

    • Pascal Heidelberger am 30.08.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      Evolution

      Ob das wirklich als Evolution bezeichnet werden kann... die Tiere kommen ja nicht wegen Klimaveränderungen oder Anpassungen ihrer Biologie zu uns, sondern weil Menschen sie herbringen. Das Problem ist, dass die Veränderungen zu plötzlich kommen und so das Gleichgewicht extrem stören und in Gefahr bringen.

    • pinky am 30.08.2011 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      evolution?

      im biologieunterricht bist wohl in der hintersten reihe gesessen. evolution?!? das umweltterrorismus: die kaninchen und ochsenkröten in australien, die grauen eichhörnchen aus amerika in england. beispiele gibt es viele

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