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Hochseilakt in Zürich
30. April 2010 07:25; Akt: 30.04.2010 15:38 Print
900 Meter über Wasser - Nock hat es geschafft
Freddy Nock hat einen weiteren Weltrekord geschafft: Er legte 900 Meter über den Zürichsee in zwei Stunden zurück - danach wollte er nur noch aufs Klo.

Freddy Nock im Ziel: Nach zwei Stunden und 900 Meter auf dem Hochseil erreichte der Artist den Zürcher Mythenquai.
Sicherungsleinen kennt er nicht. Angst hat er keine. Freddy Nock, weltbester Hochseiltänzer und Extremartist, hielt am Freitagnachmittag während gut zwei Stunden ganz Zürich in Atem. Auf 30 Metern Höhe tanzte er auf einem über den See gespannten Seil vom Bellevue hinüber zum Mythenquai. 900 Meter über dem freien Wasser: Es ist Nocks sechster Weltrekord.
Live-Ticker:
Nock im Ziel: Nach zwei Stunden erreichte der Hochseilartist die andere Seeseite.
Freddy Nock bei seinem Lauf auf die Zugspitze(Bild: Keystone)
Das Seil über den Zürichsee wird gespannt (Bild: Leser-Reporter)
15.00 Uhr: «Es war äusserst schwierig», sagt Freddy Nock nach der Ankunft. Es habe einige «unschöne Momente da oben» gegeben. Am Schluss habe er die Schuhe ausziehen müssen, weil das Seil zu fettig war. «Ich habe aber alles meistern können», so der sichtlich stolze Hochseil-Künstler. Für mehr Infos hatte der Artist einstweilen keine Zeit: Nach über zwei Stunden auf dem Seil wollte er erstmal auf die Toilette.
15.00 Uhr: Fast wäre Nock doch noch gefallen: Beim Übersteigen eines Kabels beim Kran im Ziel stolperte er. Die Menge feiert ihn dennoch.
14.50 Uhr: Party am See: Nock hat es geschafft nach über zwei Stunden auf dem Seil hat er die 900 Meter über den Zürichsee zurückgelegt. Der Weltrekort steht.
14.48 Uhr: Nun hat es Plumps gemacht! Nock hat einen Schuh verloren. Er läuft in den Socken weiter. Noch fünf Meter.
14.47 Uhr: Jetzt sitzt er wieder: Nock kann es nicht lassen. Er spannt die Menge immer weiter auf die Folter.
14.46 Uhr: Das Publikum klatscht bei jedem Schritt. Noch zehn Meter.
14.45 Uhr: Noch fünfzehn Meter.
14.44 Uhr: Nun gehts los: Unter tosendem Applaus läuft Nock dem Ziel entgegen.
14.42 Uhr: Nock sitzt noch immer auf dem Seil und lässt sich von der Menge feiern und fotografieren. Offenbar hat er auch nach über zwei Stunden auf dem Seil nicht genug.
14.40 Uhr: Aus die Maus: Die Technik hat den Geist aufgegeben. Wir berichten im Live-Ticker weiter.
14.36 Uhr: Nock spannt die Zuschauer auf die Folter. Kurz vor dem Ziel hat er angehalten und es sich auf dem Seil bequem gemacht.
14.29 Uhr: Freddy Nock spricht bereits mit einem Mann auf dem Kran am Ende des Seils. Welche Anweisungen er gibt, ist leider nicht zu hören.
14.26 Uhr: Nock kommt im Moment auf diesen letzten Metern gut voran und gibt seinem Coach auf einem der Begleitboote ständig Anweisungen.
14.22 Uhr: Es geht wieder vorwärts, Freddy Nock steht auf und nimmt die letzten Meter unter die Füsse. Bis zum Ziel sind es noch etwa sechzig, siebzig Meter. Falls er es schafft, hat er einen neuen Weltrekord in der Tasche: Keiner vor ihm ist 900 Meter auf dem Seil über das Wasser gegangen.
14:10 Uhr: Unfreiwillige Pause: Die Spannung des Seils ist zu gering. Freddy Nock muss pausieren und warten, bis die Spann-Boote nachgerückt sind. Eigentlich hätten die Boote genügen sollen, doch der letzte Test von Nock zeigte, dass das Seil zu wenig straff ist. Nun muss er die Seile der Spann-Boote abwarten und dann neu koppeln. Wie lange die Zwangspause dauert, ist unklar.
14:05 Uhr: Noch knapp 100 Meter - das Ziel rückt näher. Nock macht aber eine Pause. Das Seil scheint nicht straff genug. Die Motoren der Spann-Boote laufen auf Hochtouren, doch es scheint schwierig die Spannung zu halten.
13:55 Uhr: Das letzte Drittel der Strecke ist erreicht: Nun beginnt eine schwierige Passage. Die Spann-Boote müssen den Jachten ausweichen, was sich auf das Seil auswirken kann.
13:50 Uhr: Seit er vier Jahre alt ist, balanciert Freddy Nock über das Hochseil. Die Erfahrung kann er heute gut brauchen. Er läuft nun aber ziemlich zügig. Man kann nur hoffen, dass es einer seiner berüchtigten Spannungseinsätze ist. Oft spielt der Artist einfach Schwierigkeiten oder gar einen Sturz vor.
13:45 Uhr: Der alte Hochseilhase Nock trotzt Wind und Wetter. Das Seil schwankt böse, aber er läuft.
13:40 Uhr: Es ist eine Geduldsprobe nicht nur für den Artisten, sondern auch für die Zuschauer. Viele haben resigniert und sind gegangen. Die verlängerte Mittagspause reichte nicht, um den Zieleinlauf von Nock zu sehen. Er ist deutlich länger unterwegs als erwartet. Er ist gerade wieder aufgestanden nach einer Zwangspause. Das letzte Drittel der Strecke hat er noch nicht erreicht.
13:35 Uhr: Der Drahtseilakt geht weiter: Nock läuft aber wieder und hat eines der Querspannseile erreicht. Ein kniffliger Moment. Das Seil ist dünner als jenes, welches Nock normalerweise benutzt. Es ist ein Spezialseil, welches mehrere Tonnen Last aushält.
13:26 Uhr: Nock hat die Mitte überschritten, nun muss er wieder pausieren. Die Spann-Boote verschieben sich. Acht solcher Boote sind über die Strecke von 900 Meter verteilt. Zwei hat Nock bereits passiert. Vier sind ständig auf seiner Höhe und zwei spannen das Seil weiter vorne.
13:25 Uhr: Es ist eine Zitterpartie: Der Wind zwingt Nock immer wieder zum Unterbruch. Nach 30 Minuten hat er knapp die Hälfte der 900 Meter erreicht. Ursprünglich sollte er nach einer halben Stunde bereits auf der anderen Seeseite sein.
13:20 Uhr: Freddy Nock läuft wieder. Die Boote haben sich verschoben und spannen das Seil wieder genügend. Die Zuschauer sind wie gefesselt. Zahlreiche Schaulustige laufen dem Seeuferentlag und verfolgen Nock.
13:15 Uhr: Das Unterfangen schien für den Hochseilartisten einfach, doch der Tanz auf 30 Meter ist schwieriger als gedacht: Der Wind ist weht böenartig. Immer wieder setzt sich Freddy Nock. Die Seilspann-Boote müssen sich dann verschieben. Nock schreit Anweisungen an seinen Manager, der ihm im Boot folgt.
13:10 Uhr: Es geht weiter: Freddy Nock hat sich aufgerafft. Er läuft um einiges schneller als zu Beginn. Er befürchtet wohl, dass der Wind das Seil erneut in Bewegung setzen könnte.
13:03 Uhr: Es ist keine Verschnaufpause! Der Wind hat das Seil in Bewegung gesetzt. Freddy Nock wäre fast gestürzt, deshalb sitzt er nun auf dem Seil. Die Stabilisierungs-Boote müssen sich verschieben, um das Seil besser zu spannen.
13:02 Uhr: Freddy Nock hat der Seil-Quersicherungen erreicht und sich gesetzt! Freddy Nock sitzt 30 Meter über dem See. Eine kleine Verschnaufpause wohl.
13:00 Uhr: Er läuft und läuft, wie weit er gekommen ist, ist schwierig abzuschätzen.
12:55 Uhr: Über ihm der Himmel, unter ihm der See: Freddy Nock ist in seinem Element. Schritt für Schritt läuft er auf den Mythenquai zu.
12:50 Uhr: Die ersten 20 Meter sind geschafft. Das Wetter hält.
12:46 Uhr: Nun ist der Hochseilartist losgelaufen. Die Zuschauer sehen gebannt zu.
12.45 Uhr: Wegen technischer Probleme fällt die Live-TV-Übertragung von 20 Minuten Online ins Wasser. Wir werden das Ereignis mit einem Live-Ticker für Sie verfolgen.
12:44 Uhr: Freddy Nock hat den Kran erklommen.
Das Seil wurde am frühen Freitagmorgen gespannt. Im Video sehen Sie wie:
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
Die Aktion ist ein Werbegag des Zirkus Knie, mit dem Nock derzeit durch die Schweiz tourt. Die spektakuläre Seeüberquerung soll auf den Umzug des Nationalcircus von der Sechseläuten- auf die Landiwiese aufmerksam machen. Wegen der Bauarbeiten am Bellevue musste dieser dorthin ausweichen. Nock will in 30 Minuten die andere Seeseite erreichen. Das dünne Hightechseil zwischen den beiden Quais wird von Pontonierbooten der Armee über den See transportiert und von zwei Pneukränen gespannt (Bilder davon sehen Sie im Video oben). Alle 130 Meter wird das Seil zusätzlich von Pontonierbooten mit laufendem Motor stabilisiert.
Fürchten muss Nock allenfalls das Wetter: Zwar stört sich Nock persönlich nicht an Wind und Regen, er stand auch schon bei Windgeschwindigkeiten von rund 60 km/h auf dem Seil. Das Problem liegt bei den Pontonierbooten: Der Wind erzeugt Wellengang auf dem See, die Wellen bringen die Boote ins Schaukeln, diese können das Seil nicht mehr gespannt halten.
Die Tücken des hohen Seils
Für Nock, der schon über Drahtseile zahlreicher Schwebebahnen balanciert ist und mehrere Weltrekorde auf dem Hochseil hält, sollte der Balanceakt über dem Zürichsee keine grosse Sache sein. Doch Hochseile sind voller Tücken: Auf seinem Gang über die Schwebebahn auf den Säntis im Jahr 2006 lässt der Artist auf halbem Weg seine Balancierstange fallen und bricht den ersten Versuch ab. Bei der Einweihung der Luftseilbahn von Adliswil auf die Felsenegg im Mai 2008 beginnt das Seil zu schwingen, weil zu viel Fett drauf ist. Nock findet mit seinen Turnschuhen nur schlecht Halt und tritt den Rückzug an. Danach meistert er die Strecke mit Mühe in den Socken.
In Korea, wo er bei den Weltmeisterschaften 2009 alle seine Herausforderer bezwingt, muss er am Schluss mehrere andere Seiltänzer retten, die gestrauchelt waren und hilflos 30 Meter über dem Fluss hängen.
Ein Sturz am Tod vorbei
Auch im Zhangjiajiee-Nationalpark in China im März dieses Jahres geht nicht alles nach Plan. Sein chinesischer Herausforderer stürzt vom Seil und kann sich nur dank einer akrobatischen Einlage am Drahtseil festhalten. Nock selbst bricht den Gang über die 500 Meter tiefe Schlucht nach 300 Metern ab. Das Kabel habe unter seinen Füssen hin und her gezwirbelt, sagt er danach.
Nervenkitzel ist den Zuschauern, die von den Seepromenaden oder auf 20 Minuten Online das Spektakel über dem Zürichsee beobachten, gewiss. Denn auch hier sichern den Seilartisten kein Netz und keine Fangleine.
Freddy Nock balanciert auf die Zugspitze (2009):
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20. März 2010 - Nock schafft den Höhenweltrekord (500m)
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(amc/ann)




























