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Kiffen
23. September 2008 22:42; Akt: 23.09.2008 22:23 Print
Joints machen zunehmend Erwachsenen Probleme
von Alexandra Roder - Kiffen nimmt bei den Jungen ab. Dafür wird der Joint immer häufiger von Erwachsenen konsumiert. Wegen der Zunahme reagieren nun die Drogenfachstellen.
Erbittert wie ein Religionskrieg wird die Debatte um die Hanflegalisierung geführt. Der Jugendschutz dient den Gegnern dabei als schärfste Waffe. Nun scheinen sich die Rauchschwaden auf den Schulhöfen langsam zu verziehen: «Kiffen ist bei Jugendlichen nicht mehr so angesagt», sagt Paul Guzek, Oberarzt beim Psychiatrisch-Psychologischen Dienst der Stadt Zürich.
Die Kiffer kommen in die Jahre.
Schwersüchtige immer älter
Rund 800 Drogenabhängige in der Stadt Zürich besuchen regelmässig die Kontakt- und Anlaufstellen . Dort können Schwersüchtige illegale Drogen beziehen, die an Ort und Stelle konsumiert werden müssen. Auffällig ist, dass die Benutzer immer älter werden. Junge kommen nur wenige. 1997 lag der Altersdurchschnitt bei gut 31 Jahren, 2007 lag er gemäss einer gestern veröffentlichten Broschüre bei 38,3 Jahren.
Dafür sehen sich Suchtberater heute mit einem anderen Problem konfrontiert: Kiffen im Alter. «Wir sind überrascht über die Zunahme von erwachsenen Cannabis-Konsumenten», sagt André Lammers, Psychologe der Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen (Arud). Zwischen 2002 und 2006 habe sich die Zahl derer, die Hilfe in Anspruch nehmen, verdoppelt. Eine Tendenz, die in ganz Mitteleuropa erkennbar sei. «Die 68er-Generation kommt nun halt in die Jahre», sagt Guzek. Laut einer Studie schwören nur 30 Prozent der jugendlichen Gewohnheitskiffer im Erwachsenenalter dem Kraut ab.
2007 hat die Arud deshalb erstmals in Zürich das ambulante Therapie-Programm Cannabis-Gruppe ins Leben gerufen. Lammers: «Das Pilotprojekt ist erfolgreich verlaufen, sodass wir das Angebot weiterführen und ausbauen.» Gedanken über kiffende Pensionäre macht man auch schon in den städtischen Altersheimen: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ersten kommen», sagt Direktor Ueli Schwarzmann.


























