Tränengas und Gummischrot

10. September 2011 23:34; Akt: 11.09.2011 04:35 Print

Ausschreitungen nach illegaler Party in ZürichAusschreitungen nach illegaler Party in Zürich

von M. Egger - Gummischrot, Tränengas, brennende Gegenstände und Müll auf den Strassen: Eine illegale Party die als Racheakt angekündigt war, artete am späten Samstagabend beim Zürcher Bellevue völlig aus. Es gab Verletzte und Verhaftungen.

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Gummischrot liegt überall auf den Strassen rund um das Bellevue. Die Luft ist bis in die Unterführung im Bahnhof Stadelhofen mit Tränengas geschwängert. Verletzte Personen laufen durch die Gegend. Auf den Strassen liegen Abfallsäcke, teilweise ist er verbrannt. Auch Bauabsperrungen liegen mitten auf den Strassen. Es ist die Bilanz einer illegalen Party, die kurz vor Mitternacht in Zürich eskalierte.

Gegen 1500 Personen versammeln sich um 23 Uhr bei der Tramhaltestelle am Bellevue. Es wummert Musik aus den mitgebrachten Boxen. Die Polizei hält sich im Hintergrund auf. Die Party ist in vollem Gange und friedlich - zunächst. Dann greift die Polizei ein erstes Mal ein.

Akute Einsturzgefahr

Als rund 20 Personen auf ein Tramwartehäuschen stiegen, entschieden sich die Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen diese herunterzubitten, da akute Einsturzgefahr bestand und sich die Menschen gefährlich nah an den Fahrleitungen der VBZ befanden, teilt die Polizei in einer Medienmitteilung mit.

Darauf greifen einige Teilnehmer die Polizei mit Pflastersteinen, Baumaterial, Flaschen und anderen Gegenständen an, sagt die Polizei vor Ort zu 20 Minuten Online. Die Situation eskaliert.

Die Polizei setzt Tränengas ein, schiesst mit Gummischrot. Die meist jugendlichen Randalierer zünden darauf Abfall an, reissen Abfalleimer aus der Verankerung und demolieren Bauabsperrungen, sagt Augenzeuge Luca Sommerer. Auch Schaufensterscheiben seien beschädigt worden, teilt die Polizei mit. Ebenfalls sei die ausgerückte Feuerwehr angegriffen und bei ihren Löscheinsätzen behindert worden.

Die Randale weiten sich schnell aus. «Beim Bahnhof Stadelhofen stürmte die Polizei in kleineren Gruppen eine Brücke, um gegen Randalierer vorzugehen», so Sommerer weiter. «In der Unterführung beim Stadelhofen ist die Luft mit Tränengas geschwängert», sagt ein anderer Augenzeuge zu 20 Minuten Online. Vom Gummischrot wurden gemäss mehreren Augenzeugen auch Unbeteiligte getroffen, sagt Jonas Schneider, der die Situation vor Ort beobachtete.


Verletzte Demonstranten und Polizisten

Die Situation rund um das Bellevue beruhigt sich kurz vor 1 Uhr. Die Polizei markiert danach an der Bahnhofstrasse Präsenz. Beim Paradeplatz fuhr sie noch mit einem Wasserwerfer auf, meldet ein Augenzeuge.

Gemäss Polizeiangaben wurde ein Jugendlicher wegen Landfriedensbruchs festgenommen. Ein weiterer Mann wird ebenfalls wegen Landfriedensbruchs zur Anzeige gebracht, dieser musste jedoch vorerst mit einer Kopfverletzung hospitalisiert werden. Sechs Polizisten wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Ob weitere Personen bei den Ausschreitungen verletzt wurden ist zur Zeit noch nicht bekannt. Ebenfalls kann die Höhe der Sachschäden, vor allem an Häusern und Einsatzfahrzeugen der Polizei und der Feuerwehr noch nicht beziffert werden, teilt die Stapo mit.

«Keine Party ist illegal»

Bei der illegalen Party handelt es sich um einen Racheakt von Partyveranstaltern. Per SMS, das 20 Minuten Online vorliegt, riefen die Organisatoren in den letzten Tagen zur «Racheaktion» auf, weil die Stadtpolizei mehrere andere Partys gestürmt habe, wie es im Text heisst. Gemäss einem Teilnehmer habe es sich dabei um Technopartys gehandelt, die in einem Wald stattgefunden hätten und von der Polizei geräumt wurden. Am Bellevue sollte nun «eine fette Party» gefeiert werden als Gegenaktion, wie es im SMS-Text weiter heisst. «Keine Party ist illegal!», nennt ein anderer Teilnehmer vor Ort das Motto.

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  • B. Kerzenmacher am 14.09.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Effektiv wäre

    den Verhafteten die Kosten vollumfänglich in Rechnung zu stellen. Damit würde sich das Problem von selbst erledigen. Der Steuerzahler muss wo immer möglich geschont werden. Er kommt bereits heute für zuviel Unnötiges auf.

  • Chris Clavafetscher am 13.09.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    zürich eine weltstadt???

    wenn wir davon ausgehen, dass die polizei eine party im wald geräumt hat muss man sich nicht wundern. es ist ja heute alles verboten, was spass macht. lassen wir den jugendlichen endlich den raum den sie brauchen. lasst sie feiern!!!! ich war nicht besser. nur hatte ich den vorteil an einem ort gross zu werden, wo man das eingesehen hat. zürich wird immer schlimmer in dieser hinsicht. und das soll eine weltstadt sein? da ist ja davos im winter besser! 24h laden, party die ganze nacht..... sucht das mal in zürich!

  • H. Vetsch am 12.09.2011 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen und Glauben.......

    Ich war nicht an dieser "Party" darum kann ich auch keinen Kommentar abgeben. Aber die Meisten dieser Kommentatoren waren auch nicht dabei und erlauben sich, zum Teil arg dumme Sprüche abzugeben. Und der Polizei Glauben schenken ist das Dümmste was man machen kann ! Die müssen ja Ihre Fehlbarkeit schützen !