Untersuchungsbericht

20. August 2010 09:00; Akt: 20.08.2010 11:54 Print

Porno-Bilder im Pannenamt: Chef tritt abPorno-Bilder im Pannenamt: Chef tritt ab

Porno-Bilder, übertrieben lange Pausen, Willkür: Das Migrationsamt Zürich bekommt im Untersuchungsbericht schlechte Noten. Jetzt nimmt der Chef den Hut.

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Der Chef des Zürcher Migrationsamts, Adrian Baumann, nimmt den Hut. Er tritt bereits per Ende August ab und reagiert damit auf die teils heftigen Vorwürfe. Damit will Baumann dem in die Kritik geratenen Migrationsamt eine Neuausrichtung ermöglichen.

Baumann stand als Chef im Mittelpunkt der Kritik. Im Mai hatten sich mehrere Mitarbeitende des Migrationsamtes an Rechtsanwalt Ueli Vogel-Etienne gewandt, weil sie mit ihren Vorgesetzten und deren Arbeitsmoral unzufrieden seien. So sollen sich Teamchefs unter anderem «grosszügige Pausen» gegönnt und «hemmungslos pornographische Bilder verschickt» haben. Das Migrationsamt geriet als «Porno-Amt» in den Fokus. Auch der Bericht bestätigt jetzt, dass auf der Stufe der Teamchefs von bis zu vier Personen Porno-Bilder verschickt wurden, übertrieben lange Pausen gemacht wurden und Fälle willkürlich behandelt wurden (20 Minuten Online berichtete im Live-Ticker).

Dies würde aber nur auf einen sehr kleinen Teil der Mitarbeitenden des Migrationsamtes Zürich zutreffen, heisst es in einem am Freitag veröffentlichten externen Bericht. Für den grössten Teil der Mitarbeitenden würden diese Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren.

Deutlich mehr Beschwerden

Hingegen erhebt der vom St. Galler Rechtsanwalt Peter Schorer erstellte Bericht Kritik an der Verfahrensdauer und Erreichbarkeit. «Das Amt ist etwa im Vergleich zum St. Galler Migrationsamt deutlich ineffizienter», so Schorer. So überschreite die Verfahrensdauer der zu bearbeitenden Fälle ein übliches Mass. Der Anteil der Beschwerden sei zudem deutlich höher als dies etwa in den Städten Basel und Zug der Fall sei.

Das Migrationsamt soll nun zu einem kundenorientierten Dienstleistungszentrum umgewandelt werden. «Die Bevölkerung soll wieder Vertrauen haben in dei Verwaltung», sagt Hollenstein. Dazu gehört auch ein Piquet-Dienst für Abende und Wochenenden. Für diese Neuausrichtung stellt der Amtschef, Adrian Baumann, sein Amt zur Verfügung. Er wechselt ins Strassenverkehrsamt.

Nach dem Rücktritt von Adrian Baumann wird das Amt interimistisch von Andreas Werren übernommen. Werren war zwischen 1999 bis 2004 Leiter im Amt für Justizvollzug. Regierungsrat Hans Hollenstein sagte heute Freitag vor den Medien, er versuche die Prozesse im Migrationsamt zu verbessern. Man sei auf dem richtigen Weg, müsse aber die Verfahren weiter optimieren.

(meg/sda)