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Prostitution
02. August 2009 23:11; Akt: 03.08.2009 08:18 Print
Schwangere zum Anschaffen gezwungen
von David Torcasso - Der Zürcher Strassenstrich wird aktuell von Prostituierten überschwemmt. Ein Drittel von ihnen stammt aus Ungarn. Ein Augenschein am Sihlquai zeigt: Die Frauen sind sehr jung und werden von ihren Zuhältern extrem unter Druck gesetzt.
Der Strassenstrich am Sihlquai wird von Prostituierten überschwemmt: «Es sind so viele Prostituierte in Zürich wie noch nie», sagt Stapo-Sprecher Michael Wirz. Seit Anfang Jahr habe die Polizei bereits über 400 Neueinsteigerinnen gezählt – letztes Jahr waren es 600. Der traurige Rekord ist aber mit grosser Wahrscheinlichkeit noch höher: «Wegen fehlender An- und Abmeldepflicht können wir nicht sagen, wie viele Frauen es wirklich sind. Die Dunkelziffer ist hoch», so Wirz. Ein Drittel der Neueinsteigerinnen stamme aus Ungarn.
So wie die 22-jährige Angela* und die 19-jährige Julika*. Die beiden Frauen schaffen seit zwei Jahren am Sihlquai an: «Wir spüren die Konkurrenz durch die jungen Mädchen, die neuerdings in Scharen hier stehen.» Sie seien schön, willig und sprächen kein Wort Deutsch. Oft seien sie nicht einmal 18 Jahre alt. Zudem würden sie die Preise drücken: «Früher kostete Sex und Blasen mindestens 100 Franken, die Neuen machen es für die Hälfte», sagt Angela. Auch die Bulgarin Rita* (41), die seit zwei Jahren am Sihlquai arbeitet, beobachtet die Entwicklung besorgt: «Sogar schwangere Frauen werden gezwungen, hier anzuschaffen.» Bringen sie nicht genug Geld, werden sie von den Zuhältern geschlagen und ausgewechselt. «Aus Ungarn kommen Kleinbusse voll mit Frauen. Sie arbeiten ein Wochenende nonstop und fahren wieder in die Heimat.»
«Solche Zuhälter wollen wir nicht»
20 Minuten: Warum wird Zürich von Prostituierten überflutet?
Rolf Vieli**: In der Schweiz ist immer noch genügend Geld vorhanden. Und unsere Gesetze lassen es zu, dass viele Ausländerinnen hier arbeiten können.
Etwa Ungarinnen?
Genau. Viele der Frauen sind einem Zuhälter ausgeliefert und werden von diesem oft misshandelt. Solche brutalen Typen wollen wir hier nicht.
Werden noch mehr Prostituierte kommen?
Wenn man die Dynamik der Armut in Europa anschaut, könnten es noch mehr werden. Seit rund drei Monaten verzeichnen wir eine überdurchschnittliche Zunahme. Zahlenmässig hatte es höchstens Mitte der Neunziger auf dem Drogenstrich mehr Frauen. Diese wurden aber nicht gezwungen.
Wie wirkt sich das auf die betroffenen Frauen aus?
Weil es mittlerweile so viele Frauen sind, stehen sie unter enormem Druck. Die Freier nützen das schamlos aus.
* Namen geändert
** Rolf Vieli ist Leiter des Projektes «Rotlicht» der Stadt
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Alle 81 Kommentare






























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Der 'moderne' Sklavenhandel nimmt auch bei uns immer mehr zu. Dabei wird auch in Kauf genommen, dass die Kranken Sklaven bewusst beseitigt sprich auch umgebracht werden. Sie dürfen nichts kosten; sondern müssen Ertrag abwerfen. Meistens bezahlen diese auch noch für die Schlepperbanden, die ihnen bei uns ein glückliches und sorgenfreies Leben vorgaukeln. Jonas Lanter, Journalist IFJ, Zürich
Prostitution
schlimm, schlimm, bis endlich gehandelt und etwas nützliches gegen diese unmenschlichen Zustände unternommen wird. In der Schweiz ist ja alles für alle uneingeschränkt verfügbar und erlaubt. Und der Staat schaut zu und schweigt. Toll!!!