Bahnhofstrasse

07. Februar 2012 22:59; Akt: 08.02.2012 11:07 Print

Spekulationen um Manor-StandortSpekulationen um Manor-Standort

von Roman Hodel - Die Zukunft des Warenhauses Manor an der Bahnhofstrasse scheint ungewiss. Die Eigentümerin soll rentablere Nutzungen für das Gebäude an allerbester Lage prüfen.

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Der Manor an der Bahnhofstrasse existiert seit 1984. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

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Für Manor ist das Warenhaus an der Bahnhofstrasse 75 ein Flaggschiff: Über 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf sieben Stockwerken an einer der renommiertesten Einkaufsmeilen der Welt – seit 1984.

Doch die Zukunft ist offenbar ungewiss: «Die Hauseigentümerin prüft eine rentablere Nutzung – Manor hat sich bereits nach ­Alternativstandorten umgesehen», sagte Marc-Christian Riebe, CEO der Location Group, an der Präsentation seiner Retail-Marktstudie 2012. Die Location Group sucht im Auftrag grosser Marken nach geeigneten Standorten für neue Läden. 20 Minuten weiss aus zwei unabhängigen Quellen, dass beim Manor-Haus Änderungen bevorstehen könnten. So liegt eine Dokumentation eines Immobilienmaklers vor, der die Liegenschaft mit Grundrissplänen und einer Neupositionierung auf Frühjahr 2014 anpreist.

Bei der Hauseigentümerin will man nichts davon wissen: «Swiss Life hat keine Aufträge an Makler, Entwickler oder ­andere Immobiliendienstleister getätigt», betont Sprecher Florian Zingg. «Auch waren wir an der Studie zu keinem Zeitpunkt beteiligt.» Manor-Sprecher Markus Laub dementiert Herr Riebes Aussage ebenfalls: «Sie entspricht nicht unbedingt der Wahrheit, zumal wir solches grundsätzlich nicht kommentieren.» Manor habe einen Vertrag mit Swiss Life – über Details gebe man keine Auskunft. Laub: «Wir fühlen uns an der Bahnhofstrasse sehr wohl und sehen keinen Grund, dort nicht zu bleiben.»

«Touristen wollen grosse Brands»
Herr Riebe*, warum wollen alle grossen Brands an die Bahnhofstrasse?
Marc-Christian Riebe: Die Zürcher haben weltweit die höchsten Nettolöhne, die Kaufkraft ist deswegen nirgends stärker. Hinzu kommen viele Tagestouristen. Das macht es aus.

Für die noch wenigen alteingesessenen Läden sind Sie allerdings ein rotes Tuch – Sie würden die Mietpreise künstlich hochtreiben, um als Vermittler selber davon zu profitieren. Was sagen Sie dazu?
Damit werden wir immer wieder konfrontiert. Diese Leute können der Globalisierung nicht aus dem Weg gehen. Die hohe Nachfrage bestimmt die Mieten und die internationalen Marken kommen sowieso, mit oder ohne uns.

Dafür trifft man bald nur noch auf die gleichen Läden, wie in allen grossen Städten auch.

Touristen und Einheimische wollen diese Brands. Im Übrigen hat die Bahnhofstrasse immer noch einen Anteil von 13 Prozent lokaler Läden – in ähnlichen Strassen im Ausland ist der Anteil gleich null.

Bloss, wie lange noch?
Das wird sich zeigen. Der Druck nimmt sicher zu – auch auf die Seitenstrassen.

*Marc-Christian Riebe ist CEO der Location Group.

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  • Philipp Sauter am 08.02.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Einheimische wollen anders

    Dass Einheimische solche Läden wollen, ist blanker Unsinn. Wir wollen keine solchen Ramschläden, die es auf der ganzen Welt gibt, sondern traditionelle Zürcherische Läden, die leider aussterben. Der Blumenladen wird vermisst, Meister am Paradeplatz, Sequin Dormann und wer noch alles da war. Das Entrecôte war mir auch viel lieber, als noch so ein Starbucks.

  • Rico am 08.02.2012 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Banken + Versicherungen zerstören alles

    Die Schweizer-Regierung muss bei Immobilien-Preisen entlich die Schraube anziehen.

  • monica bye am 08.02.2012 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht Zürich!

    Dann gute Nacht Zürich! Ich gehe gerne in Zürich Shoppen auch im Manor. Fallen vieleicht auch noch St. Annahof oder Jelmoli und Globus weg währe das eine mittlere Katastrophe. Dann wäre Zürich nicht mehr Intressant!

    • Dani Berger am 09.02.2012 00:54 Report Diesen Beitrag melden

      Einiges bleibt...

      Die Globus-Liegenschaft gehört dem Mutterkonzern (MGB) und ist nicht bedroht auch nicht konzernintern von der Migros City, da jene Liegenschaft vollständig der Migros-Genossenschaft Zürich gehört. Jelmoli selber gehört inzwischen dem Immobilienkonzern SPS, so wie alle ehemaligen Jelmoli-Liegenschaften (einschliesslich des verbliebenen Warenhauses); solange SPS noch am Warenhaus Jelmoli festhält, bleibt es an der Seidengasse, oder wird komplett begraben. Und die Coop-Warenhauskette "Coop City" (ehem. St. Annahof) dürfte die Liegenschaft ebenfalls selber besitzen. Andere sind leider nur Mieter

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